NewsMedizinSoftdrinks machen Kleinkinder aggressiv
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Softdrinks machen Kleinkinder aggressiv

Freitag, 16. August 2013

dpa

New York – Fünfjährige, die vier oder mehr Erfrischungsgetränke täglich konsumieren, neigten in einer Querschnittsstudie im Journal of Pediatrics (Online) doppelt so häufig zu einem aggressiven Verhalten. Ob es einen ursächlichen Zusammenhang mit den Inhaltsstoffen der Softdrinks gibt, ist nicht bekannt.

In keinen anderen Land werden so viele industriell erzeugte Erfrischungsgetränke verkauft wie in den USA. Wasser schmeckt dort auch Kleinkindern nicht, und Shakira Suglia von der Mailman School of Public Health in New York war nicht überrascht, dass 43 Prozent der Fünfjährigen mindestens einmal am Tag zu einem Süß- und Sodagetränk griffen, bei vier Prozent der Kleinkinder waren es sogar vier Getränke oder mehr.

Anzeige

Die Zahl stammt aus der Fragile Families and Child Wellbeing Study, die etwa 3000 Kinder aus den sozial benachteiligten Innenstadtbereichen mehrerer US-Großstädte begleitet und deshalb nicht unbedingt repräsentativ für die USA sein muss.

In der Studie wurden die Mütter nicht nur nach den Ernährungsgewohnheiten in der Familie befragt. Sie gaben auch in einer Child Behavior Checklist an, ob ihr Kind zu problematischen Verhaltensweisen neigt. Hier gaben die Mütter von Kindern mit vier oder mehr Erfrischungsgetränken am Tag doppelt so häufig wie andere an, dass die Kinder häufig Gegenstände anderer zerstören, sich häufiger streiten oder andere Menschen körperlich angreifen. Laut Suglia zeigen Kinder mit einem hohen Softdrinkkonsum auch häufiger Aufmerksamkeitsstörungen oder ein zurückgezogenes Verhalten.

Als Querschnittsstudie kann die Untersuchung keine Kausalität herstellen. Ähnliche Assoziationen seien jedoch auch bei Jugendlichen beobachtet worden, berichtet Suglia, die eine Reihe anderer Ursachen ausschließen kann. Die Einschränkung des Konsums von Softdrinks könnte ihrer Ansicht nach jedoch ein Mittel gegen Verhaltensstörungen bei Kindern sein. Randomisierte Interventionsstudien scheint es zu dieser Frage nicht zu geben. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #669853
doolittle
am Freitag, 23. August 2013, 12:06

yellow press

Aufreißerisch ohne irgend welche sinnvolle Info. Wieder einer dieser Art der immer öfter im ÄB erscheinenden Artikel. Mathilda (s. u. ) hat Recht wenn sie das mit dem Storch vergleicht.
Es gibt etliche Möglichkeiten, wieso diese Kinder zu den süßen Drinks greifen. Kann sein dass sie öfter als der Durchschnitt vor der Glotze sitzen und durch die Reklame verführt werden, dass sie vernachlässigt sind und kompensatorisch nach Süßem verlangen, dass sie das von den Eltern sehen usw.
Dass das Getränk die Ursache ist, scheint jedenfalls unwahrscheinlich. Keiner weiß es, aber es wird einfach in den Raum gestellt. Die Bild läßt grüßen.
Avatar #669761
Hanschmitz
am Mittwoch, 21. August 2013, 16:51

ja

Irgendein Depp denkt sich immer was aus :D
Avatar #90037
malledoc
am Dienstag, 20. August 2013, 17:57

was soll dieser artikel

selten einen solch schwachsinnigen artikel gelesen. die redaktion sollte vielleicht leute beschäftigen, die etwas von statistik und beweisführung verstehen.
Avatar #104813
Alternativmed
am Montag, 19. August 2013, 16:09

Es geht nicht generell um Erfrischungsgetränke, sondern um Verpackung und Zusatzstoffe

und diesbezüglich ist gegen das billige, durch zugelassene Azofarbstoffe aufgehübschte und in der mit Weichplaste ausgekleideten werbeeffektiven Getränkedose aus Aluminium durchaus etwas einzuwenden. Das ist alles ein gesundheitsgefährdender Cocktail und in diesem Fall muss man den Grünen und ihrem Kampf gegen die Unsitte der Wegwerfdosen und -flaschen durchaus zustimmen. Natürlich gibt es auch zunehmend wenig kindgerechte Familienverhältnisse, aber diese Effekte kommen eben meistens nicht isoliert, sondern kombiniert vor und addieren oder potenzieren sich.
Avatar #104813
Alternativmed
am Montag, 19. August 2013, 12:48

Zugelassene Nahrungszusatzstoffe, z.B. einige Azofarbstoffe, fördern ADHS

wie in zahlreichen randomisierten Studien klar nachgewiesen wurde. Sie sollten aus Nahrungsmitteln, insbesondere solchen, die wie Softdrinks in großen Mengen vor allem von Kindern und Jugendlichen konsumiert werden, grundsätzlich verschwinden. Verwunderlich, dass dies, obwohl seit vielen Jahren bekannt, nicht schon längst geschehen ist.
Avatar #108046
Mathilda
am Montag, 19. August 2013, 12:24

Alles klar - und der Storch bringt die Babys!

Mich wundert, dass hier immer wieder solche "Studien" zitiert werden, noch dazu mit solch reißerischen Überschriften. Nein, es ist eben nicht festgestellt worden, dass Softdrinks Kleinkinder aggressiv machen! Es ist lediglich festgestellt worden, dass Kleinkinder mit auffälligen Verhaltensweisen auch häufig große Mengen Softdrinks trinken (wobei die Zahl "4" auch nicht viel aussagt: sind es 4x 2l? oder 4x 200ml?). Da auffällige Verhaltensweisen bei Kleinkindern häufig mit wenig kindgerechten Familienverhältnissen korrellieren, dürfte die Kausalität wohl eher dort zu suchen sein.
LNS

Nachrichten zum Thema

13. Juni 2019
Boston – Der Verzicht auf Steaks, Hamburger und Salami kann möglicherweise das Leben verlängern. Dies kam in einer Analyse von 2 prospektiven Beobachtungsstudien im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2019;
Rotes Fleisch: Steigender Verzehr erhöht Sterberisiko
12. Juni 2019
München – Weltweit wurden bereits diverse Maßnahmen gegen den Konsum zuckerhaltiger Getränke durchgeführt und in Studien evaluiert. Zu den erfolgreichsten Interventionen zählen unter anderem das
Erfolgreiche Maßnahmen gegen den Konsum zuckerhaltiger Getränke
12. Juni 2019
Boston – Bluthochdruck, ein zu hoher Salzkonsum und Transfette sind weltweit verbreitete Gesundheitsrisiken, deren Vermeidung nach Berechnungen in Circulation (2019; doi:
Public-Health-Maßnahmen könnten Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern
6. Juni 2019
Leipzig – Die Ge­sund­heits­mi­nis­ter der Länder wollen einen Diskussionsprozess über die Zuckersteuer starten. „Aus unserer Sicht ist die Reduktion von Zucker in Lebensmitteln eine originäre Aufgabe der
Bundesländer streiten über Zuckersteuer
6. Juni 2019
Victoria/Kanada – Der durchschnittliche erwachsene Amerikaner nimmt im Verlauf eines Jahres zwischen 39.000 und 52.000 Plastikpartikel mit der Nahrung auf. Die Exposition steigt auf 74.000 bis 121.000
Mikroplastik: Studie berechnet Aufnahme über Nahrung und Atmung
5. Juni 2019
Berlin – Wegen eines gemeinsamen Videos mit einem führenden Nestlé-Manager ergießt sich über Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) im Internet eine Welle der Kritik. Beim
Empörungswelle gegen Bundeslandwirtschaftsministerin
4. Juni 2019
Hamburg – Bei der Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz (GMK) in Leipzig will sich Hamburg unter anderem für weniger Zucker in Lebensmitteln und eine bundesweit geltende Masernimpfpflicht stark machen. Vor der
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER