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Medizin

Raucher­entwöhnung senkte Rehospita­lisierungsrate von Psychiatrie­patienten

Montag, 19. August 2013

Stanford – Raucherentwöhnungsprogramme könnten laut einer Studie an der Stanford School of Medicine ein Mittel sein, die Rehospitalisierungsrate von Psychiatriepatienten zu senken. Die Forscher um Judith Prochaska berichten über entsprechende Ergebnisse im American Journal of Public Health (http://dx.doi.org/10.2105/AJPH.2013.301403).

Patienten mit psychischer Grunderkrankung seien häufiger Raucher, so die Forscher. Besonders ausgeprägt sei dieser Zusammenhang bei Patienten mit einem Alkohol- oder Drogenabusus und bei Patienten, die an einer Schizophrenie litten. Die Patienten seien daher besonders häufig von den nikotinassoziierten Komorbiditäten betroffen und ihre Lebenserwartung ist laut der Arbeitsgruppe deutlich verkürzt.

Außerdem könne das Rauchen Neuroleptika in ihrer Wirkung beeinträchtigen. Dennoch förderten die behandelnden Ärzte die Rauchentwöhnung laut der Arbeitsgruppe eher selten.

Die Ärzte boten rauchenden Patienten, die in die Akutpsychiatrie Langley Porter Psychiatric Institute eingeliefert wurden, die Möglichkeit, an der Studie teilzunehmen. 224 Patienten mit unterschiedlichen psychischen Erkrankungen konnten die Wissenschaftler in die Studie einschließen und einer Experimental- beziehungsweise Vergleichsgruppe zuweisen. 16 Prozent der Teilnehmer hatten vor, innerhalb der nächsten 30 Tage mit dem Rauchen aufzuhören.

Alle Teilnehmer der Studie erhielten Informationsbroschüren sowie Nikotinpflaster und -kaugummis, um das Aufhören zu erleichtern. Probanden der Studiengruppe erhielten zusätzlich eine computerassistierte Intervention, die den Teilnehmern Feedback zu ihren Antworten gab, und ein persönliches Treffen mit einem Kliniker, der mit ihnen über ihr Rauchverhalten sprach. Patienten, die sich bereit erklärten aufzuhören, erhielten außerdem einen Vorrat an Nikotinpflastern.

Nach drei Monaten hatten 13,9 Prozent der Patienten in der Experimentalgruppe aufgehört zu rauchen, während es in der Vergleichsgruppe nur 3,2 Prozent waren. Nach 18 Monate waren 20 Prozent der Experimentalgruppe Nichtraucher gegenüber 7,7 Prozent in der Vergleichsgruppe. Ein weiteres Ergebnis war die niedrigere Rehospi­talisierungsrate in der Experimentalgruppe (44 Prozent versus 56 Prozent). Das verän­derte Rauchverhalten hatte keine nachteiligen Effekte auf die Erkrankung der Patienten. Schwere psychische Erkrankungen seien somit keine Kontraindikation für das Entwöhnungsprogramm gewesen.

Die Arbeitsgruppe möchte die Effekte einer gezielten Raucherentwöhnung in einer weiteren Studie mit 900 Teilnehmern näher untersuchen. © hil/aerzteblatt.de

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