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Medizin

Glioblastom: Kernspin misst Gefäßreaktion auf Therapie

Montag, 19. August 2013

Boston – Eine neue Variante der Kernspintomographie, die Informationen über die Gefäßarchitektur liefert, könnte zeigen, ob ein Hirntumor auf die Therapie mit einem Angiogenesehemmer anspricht. US-Forscher stellen das Verfahren in Nature Medicine (2013; doi: 10.1038/nm.3289) vor.

Das „vessel architectural imaging“ (VAI) nutzt eine bisher wenig beachtete zeitliche Verschiebung von Signalen in der Kernspintomographie, schreibt das Team um Kyrre Emblem vom Massachusetts General Hospital in Boston. Wie genau das Verfahren funktioniert, dürfte für Onkologen unerheblich sein.

Es liefert allerdings Informationen über die Durchblutung und die Gefäßkaliber im Bereich des Tumors, die dem Graustufenschichtbild der Kernspintomographie farblich überlagert (ähnlich wie der Blutfluss der Doppler-Sonographie dem B-Bild der Ultraschallaufnahme). Diese Informationen könnten von Bedeutung sein, wenn der Tumor mit Medikamenten behandelt wird, die die Gefäßversorgung angreifen.

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Ein solcher Angiogenesehemmer ist Cediranib, der sich als Kinase-Inhibitor am Rezeptor für den Wachstumsfaktor VEGF in der klinischen Entwicklung befindet. Eine mögliche Indikation ist das Glioblastom. In einer ersten klinischen Studie wurde der Wirkstoff bei Patienten eingesetzt, bei denen es nach der Chemotherapie zu einem Rezidiv kam.

Die Prognose ist infaust. Einige der 30 Patienten lebten in der Studie deutlich länger als andere, und nach den von Emblem vorgestellten Daten könnte das VAI anzeigen, welche Patienten auf den Wirkstoff ansprechen und welche nicht. Die Überlebenszeiten unter­schieden sich um mehr als 6 Monate, was beim Glioblastom ein signifikanter Unterschied ist.

Die VAI könnte ein besserer Prognosemarker als die bisherigen kernspintomo­graphischen Parameter sein, schreibt Emblem, der die Daten allerdings nur retrospektiv ausgewertet hat. Wenn sich die Untersuchung allerdings in weiteren Studien bestätigen sollte, könnte sie relativ schnell in die Praxis umgesetzt werden, da die VAI mit der vorhandenen Hardware umgesetzt werden kann. © rme/aerzteblatt.de

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