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Politik

Arzneimittelausgaben stagnieren

Dienstag, 20. August 2013

dpa

Berlin – ­ Die Ausgaben für Arzneimittel sind von 29 Milliarden Euro im Jahr 2011 nur leicht auf 29,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr angestiegen. Damit liegen sie nach wie vor über den Ausgaben für die ärztliche Behandlung. Während diese jedoch seit 2009 von 26,4 Milliarden Euro auf 28,3 Milliarden Euro im Jahr 2012 gestiegen sind, sanken die Arzneimittelausgaben im gleichen Zeitraum von 30 Milliarden Euro auf das derzeitige Niveau. Das geht aus dem Arzneimittel-Atlas 2013 hervor, den das IGES-Institut im Auftrag des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller (vfa) erstellt hat.

Grund für die gesunkenen Ausgaben seien insbesondere die mit dem GKV-Än­derungsgesetz im Jahr 2010 eingeführten Zwangsabschläge für die pharmazeutischen Unternehmen, sagte der Leiter des IGES-Instituts, Bertram Häussler. Seit 2011 gewährten die Hersteller dem Atlas zufolge den Krankenkassen Abschläge in Höhe von zwei Milliarden Euro.

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Das IGES-Institut hat auch die Ausgabenentwicklung bei den Fertigarzneimitteln analy­siert, die im Vergleich zum Vorjahr leicht um 64 Millionen auf 26,6 Milliarden Euro sanken. „Die Ausgaben sanken 2012, obwohl zahlreiche neue Präparate auf den Markt gekommen sind und das Verordnungsvolumen weiter wächst“, so Häussler.

Doch diese Mehrausgaben durch Innovationen und Mehrverbrauch in Höhe von 683 und 728 Millionen Euro wurden laut Häussler durch die Einführung neuer Generika (826 Millionen Euro) und erneute Preissenkungen (459 Millionen Euro) mehr als aufgefangen.

Häussler betonte, dass die Ausgaben für Fertigarzneimittel seit Jahren rückläufig sind. Waren sie im Jahr 2007 noch um 2,1 Milliarden Euro gestiegen, stiegen sie im vergan­genen Jahr nur noch um 728 Millionen Euro. „Der Bedarf an Arzneimitteln ist in großen Indikationsgebieten gesättigt“, erklärte Häussler und prognostizierte eine weitere Abnahme des Mehrverbrauchs in den kommenden Jahren.

Die Vorstandsvorsitzende des vfa, Birgit Fischer, wies darauf hin, dass die Zwangs­abgaben für die Pharmahersteller zum Jahresende auslaufen. Angesichts der hohen Rücklagen der Krankenkassen bedeute dies jedoch keine zusätzliche Belastung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung, sondern die reguläre Beendigung einer Sonderbelastung der Arzneimittelhersteller, die nun endgültig nicht mehr zu rechtfertigen sei.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Rolf-Ulrich Schlenker, hatte vor kurzem gefordert, die Zwangsabschläge zu verlängern. Andernfalls drohten Ausgabensteigerungen im Arzneimittelbereich von neun bis zehn Prozent im Jahr 2014.  Häussler hingegen rechnet für das Jahr 2014 durch den Wegfall der Zwangsabschläge mit einem Ausgabenanstieg von sechs Prozent. © fos/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 20. August 2013, 20:49

Das ist wieder typisch IGES!

Während bei den Arzneimittel-Ausgaben, die "von 29 Milliarden Euro im Jahr 2011 nur leicht auf 29,2 Milliarden Euro in 2012 angestiegen" sind, geschrieben wird, beschreibt man gleichzeitig den Anstieg der "Ausgaben für die ärztliche Behandlung" ... "seit 2009 von 26,4 Milliarden Euro auf 28,3 Milliarden Euro im Jahr 2012". Der Pharmaindustrie-Vergleich im Verlauf e i n e s einzigen
Jahres wird durch einen Ärzte-Vergleich über d r e i Jahre konterkariert.

Tatsache ist, dass die Kosten für die vertragsärztliche Behandlung von 2011 auf 2012 von 27,63 auf 28,25 Milliarden Euro angestiegen sind.
http://www.gkv-spitzenverband.de/presse/zahlen_und_grafiken/gkv_kennzahlen/gkv_kennzahlen.jsp
Das sind 0,62 Milliarden Euro oder plus 2,24 Prozent Mehrbedarf für Progression, Innovation und Demografie in medizinischer Untersuchung Diagnostik, Therapie und Palliation. Bei gleichzeitig steigenden Ansprüchen an Dokumentation, Transparenz und Qualitätssicherung in den Haus- und Facharztpraxen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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