Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Tod eines Babys: Staatsanwaltschaft und Verteidigung verzichten auf Revision

Mittwoch, 21. August 2013

Bielefeld – Das Urteil gegen einen Medizinstudenten im praktischen Jahr, der den Tod eines Babys verschuldet hat, wird nicht angefochten. Weder die Staatsanwaltschaft noch die Verteidigung wollen Revision einlegen, teilten beide Seiten am Mittwoch auf Anfrage mit.

Das Landgericht Bielefeld hatte den inzwischen als Krankenhausarzt tätigen Mediziner wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Er muss eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zahlen, insgesamt 1.800 Euro. Der damals 29 Jahre alte Student im praktischen Jahr hatte 2011 in einer Bielefelder Klinik einem Baby ein Antibiotikum irrtümlich nicht oral, sondern intravenös verabreicht. Das zehn Monate alte Kind starb.

Der Richter hatte in der Urteilsbegründung auch die Kinderkrebsstation der Klinik kritisiert, wo das Kind zu Tode gekommen war. Dort seien für die orale und die intravenöse Gabe von Medikamenten die gleichen Spritzen verwendet worden, stellte das Gericht fest.

Dabei sei damals auch in Deutschland schon bekanntgewesen, dass es in Amerika in Dutzenden von Fällen zu Verwechslungen gekommen sei. Dennoch habe das Evangelische Krankenhaus Bielefeld sein Spritzensystem in der Kinderkrebsstation erst am Tag nach dem Unglück auf unverwechselbare Spritzen umgestellt.

Die Staatsanwaltschaft hat daraufhin Ermittlungen gegen Verantwortliche der Klinik eingeleitet. Dabei soll geprüft werden, ob es ein Organisationsverschulden oder sonstige Versäumnisse in der Station gab, die auch ursächlich für den Tod des Kindes gewesen sein können. Wann mit ersten Ergebnissen zu rechnen ist, sei noch nicht absehbar, hieß es.dpa © dpa/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

09.05.17
Behandlungsfehler: Laumann will erleichterte Beweislast für Patienten
Berlin – Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), hat eine Erleichterung der Beweislast für Versicherte bei Behandlungsfehlern gefordert. „Bisher müssen die Patienten......
28.04.17
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat einen neuen Onlinetest zur Patientensicherheit veröffentlicht. Mit „Mein PraxisCheck Patientensicherheit“ können Ärzte und Psychotherapeuten......
27.04.17
Risiko- und Fehlervorsorge optimieren Patientensicherheit
Berlin – Vor einer zunehmenden, durch gesetzliche Reformen mitverursachte „Ver-Ökonomisierung“ der medizinischen Versorgung in Deutschland warnte der Präsident der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern,......
11.04.17
Wenig Schadensfälle bei Behandlungen im Krankenhaus
Berlin – Keine Flut von Behandlungsfehlern, viel Sicherheit für Patienten: Mithilfe von Zahlen des Versicherungsmaklers Ecclesia hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) Darstellungen......
31.03.17
Bremen – Wegen grober Behandlungsfehler müssen zwei Ärzte Ex-Profifußballer Ivan Klasnic 100.000 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Das verkündete das Landgericht Bremen heute. Ein früherer Mannschaftsarzt......
23.03.17
Behandlungs­fehlerstatistik 2016: Aus Fehlern zu lernen ist Teil umfassender Qualitätssicherung
Berlin – Die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der deutschen Ärztekammern haben im Jahr 2016 bundesweit 7.639 (2015: 7.215) Entscheidungen zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern getroffen. Bei......
22.03.17
Norddeutsche Schlichtungsstelle erhält weniger Anträge wegen vermuteter Behandlungsfehler
Hannover – Die Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern musste im vergangenen Jahr 2016 weniger Fälle bearbeiten als 2015. Für die zehn......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige