Ärzteschaft
Montgomery kritisiert Leistungsverweigerung der Kassen
Donnerstag, 22. August 2013
Berlin – Das Vorgehen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) bei der Gewährung von Krankengeld oder Reha-Maßnahmen hat der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, scharf kritisiert. „Es ist schon erstaunlich, dass Patienten genau dann vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung gesundgeschrieben werden, wenn nach sechs Wochen Krankschreibung die Lohnfortzahlung der Arbeitgeber endet und die Kassen die Zahlung übernehmen müssen“, sagte er heute in Berlin.
Dies sei „ein ganz mieses Kostenverteilungsspiel zulasten der Patienten. Dabei werden die Patienten nicht einmal untersucht, sondern nur nach Aktenlage begutachtet“, kritisierte der BÄK-Präsident. Im vergangenen Jahr haben MDK-Gutachter rund 230.000 Mal entschieden, dass krankgeschriebene Arbeitnehmer eigentlich doch arbeitsfähig seien – das sind 16 Prozent der untersuchten Fälle.
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„Die Kassenmanager haben doch längst ihre Verantwortung für ihre Versicherten vergessen. Sie handeln wie Finanzakrobaten, die statt der Patienten nur noch ihre Bilanzen im Blick haben“, kritisierte Montgomery. © hil/aerzteblatt.de
