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Ausland

4.000 Kubaner gegen Ärztemangel in Brasilien

Donnerstag, 22. August 2013

Sao Paolo – Kubanische Mediziner sollen fehlende Ärzte in Brasilien ersetzen. 4.000 Ärzte von der Karibikinsel werden laut dem Ge­sund­heits­mi­nis­terium bis Ende des Jahres in Brasilien ihren Dienst antreten, wie brasilianische Zeitungen heute berichten. In den vergangenen Wochen hatte die Regierung vergeblich versucht, brasilianische Ärzte anzuwerben, um in unterversorgten Regionen des Landes für das öffentliche Gesundheitssystem SUS (Sistema unico de Saude) zu arbeiten.

In Reaktion auf Sozialproteste im Juni hatte die Regierung von Staatspräsidentin Dilma Rousseff vergangenen Monat angekündigt, bis Mitte September 10.000 Ärzte in die von Ärztemangel betroffenen Regionen zu entsenden. In einer ersten Anwerbungsphase meldeten sich allerdings deutlich weniger Kandidaten als erwartet. So wurden bislang nur 1.618 Ärzte angenommen, einschließlich der ausländischen Fachkräfte. Städte und Landkreise zeigten der Regierung einen Bedarf von 15.460 Ärzten in 3.511 Kommunalverwaltungen an.

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In den nächsten Tagen sollen die ersten 400 Kubaner eintreffen, die im Norden und Nordosten arbeiten werden. Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium wird ihnen ihre Arbeitsplätze zuweisen. Das Gehalt, 10.000 brasilianische Reais (umgerechnet etwa 3.095 Euro), werde direkt an die kubanische Regierung überwiesen, so das Ministerium. Man wisse nicht, ob und wie viel davon tatsächlich an die Ärzte ausgezahlt werden.

Die Anwerbung ausländischer Mediziner stößt bei brasilianischen Verbänden auf Kritik. Weder die fachliche noch die sprachliche Qualifikation der Ausländer sei garantiert. Der Bundesärzterat CFM nannte den Ärzteimport einen „unverantwortlichen und respektlosen Wahlkampftrick“.

Laut Regierung sollen alle Teilnehmer an dem Programm erst einmal in einem drei­wöchigen Seminar auf ihre Kompetenz geprüft werden. Derzeit läuft die zweite Bewerbungsrunde, Ergebnisse liegen noch nicht vor. Das staatliche Gesundheitssystem in Brasilien leidet unter den im Vergleich zum Privatsektor niedrigen Gehältern. Dort wird bis zu dreimal so viel bezahlt. © kna/aerzteblatt.de

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