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Fachgesellschaft fordert geschlechts­spezifische Diabetes-Behandlung

Montag, 26. August 2013

Berlin – Die Dachorganisation DiabetesDE fordert, bei der Zuckererkrankung stärker auf geschlechtsspezifische Unterschiede einzugehen. Unterschiede zwischen Männern und Frauen zeigen sich danach deutlich beim Zeitpunkt der Diagnose des Diabetes Typ 2: Männer erführen meist früher von der Stoffwechselkrankheit, während Frauen häufig nach der Menopause ihre Diagnose erhielten.

Beim insulinpflichtigen Diabetes Typ 1 sei es umgekehrt. Mädchen erkrankten meist im Kindesalter, männliche Jugendliche eher in der Pubertät. Abhängig vom Geschlecht könne auch sein, wie sich ein Diabetes Typ 2 ankündigt. „Frauen weisen öfter eine gestörte Glukosetoleranz auf, Männer hingegen erhöhte Nüchtern-Blutzuckerspiegel“, erläuterte Alexandra Kautzky-Willer von der Medizinischen Universität Wien im Auftrag von diabetesDE.

Diabetologen vermuteten, dass unter anderem Gene, Sexualhormone, die Fettmasse und deren Verteilung sowie Geschlechterrollen für diese Unterschiede verantwortlich seien. „Diese Faktoren können Ärzte auch bei der Diabetes-Diagnose helfen“, so Kautzky-Willer. Bei Männern sei beispielsweise Übergewicht und Insulinresistenz oft mit einem niedrigen Testosteronspiegel verknüpft. Bei Frauen lohne es sich, männliche Geschlechtshormone zu untersuchen.

Denn hohe Androgenspiegel hätten auch ein erhöhtes Diabetesrisiko zur Folge. Die Expertin empfiehlt bei der Diagnose auch, ein Augenmerk auf den Sozialstatus und die Work-Life-Balance zu legen. „Denn schlechte Bildung und Stress begünstigen vor allem bei Frauen Übergewicht und Diabetes Typ 2“, so Kautzky-Willer.

© hil/aerzteblatt.de

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