NewsVermischtesWeiter Stigmatisierung psychisch Kranker in der Arbeitswelt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Weiter Stigmatisierung psychisch Kranker in der Arbeitswelt

Montag, 26. August 2013

Berlin – Die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) hat Arbeitnehmer davor gewarnt, Arbeitgeber vorschnell über eine psychische Erkrankung zu informieren. „In vielen Betrie­ben hat ein Arbeitnehmer, der seinen Vorgesetzten oder Kollegen über eine Depression oder Suchterkrankung berichtet, noch mit erheblichen Nachteilen zu rechnen“, kritisierte der BPtK-Präsident Rainer Richter. Bis heute sei es so gut wie ausgeschlossen, mit einer psychischen Erkrankung Karriere zu machen.

„Die Einstellung gegenüber Menschen mit Depression, Schizophrenie oder Alkohol­abhängigkeit hat sich in den letzten 20 Jahren nicht verbessert“, kritisiert auch die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN).

Auch heute reagierten viele Menschen mit Angst und Zurückweisung, wenn sie mit psychischen Erkrankungen konfrontiert würden. Fast die Hälfte der Bevölkerung würde einen Menschen, der an Schizophrenie leidet, nicht ihren Freunden vorstellen. „Die Angst vor Zurückweisung und Ausgrenzung ist für Menschen mit psychischen Erkrankungen auch heute noch oft eine enorme Belastung. Sie kann sich auch negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken“, sagte DGPPN-Präsident Wolfgang Maier.

Anzeige

Auf die Bedeutung einer umfassenden Analyse des Arbeitsplatzes bei der Betreuung der Patienten hat der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) hingewiesen. „Oft ist es sehr schwer, die Situation allein durch eine medizinische Behandlung des Einzelnen zu lösen, Sie müssen das ganze Arbeitsumfeld einbeziehen und gegebenenfalls verän­dern“, sagte der BVDN-Vorsitzende Frank Bergmann.

Die Prävention sei hier besonders wichtig, besonders bei mittelständigen Unternehmen, die keine eigenen arbeitsmedizinischen Abteilungen hätten. Viele Betriebe seien sehr offen und wünschten sich ärztliche Expertise, zum Beispiel bei der Schulung von Führungskräften und bei der Arbeitsplatzgestaltung, so Bergmann.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

29. Juni 2020
Liverpool – Riech- und Geschmacksstörungen sind nicht die einzigen neurologischen Symptome von COVID-19. Eine Umfrage unter britischen Ärzten in Lancet Psychiatry (2020: DOI:
COVID-19: Beteiligung des Gehirns kann Schlaganfälle und Psychosen auslösen
26. Juni 2020
Hamburg – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hamburg warnt Psychotherapeuten vor der Teilnahme an der Online-Intervention „MindDoc by Schön Klinik“. Mit der Beschäftigung von niedergelassen
KV Hamburg warnt Psychotherapeuten vor Einbindung in Online-Intervention „MindDoc“
18. Juni 2020
Stockholm – Eine Minderheit von Patienten, die mit Antidepressiva aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) behandelt wird, neigt möglicherweise zu kriminellen Handlungen. Dies kam in
SSRI-Antidepressiva könnten Gewalttätigkeit einiger Patienten erhöhen
9. Juni 2020
Hamburg – Innerhalb von zehn Jahren ist der Anteil von Männern mit Essstörungen deutlich gestiegen. Das berichtet die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) unter Berufung auf eine bundesweite Auswertung
Anteil von Männern mit Essstörung steigt
4. Juni 2020
Hamburg – Schulschließungen wegen der Coronakrise sorgen in Familien für Stress und Streit. Fast jeder zweite Elternteil ist oft gestresst, wie eine heute veröffentlichte Umfrage der DAK-Gesundheit
Schulschließungen belasten Mütter besonders
2. Juni 2020
München – Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml hat an die Menschen im Freistaat appelliert, während der Pandemie auf ihre psychische Gesundheit zu achten. „Corona hat unser Leben stark
Während Coronakrise auf psychische Gesundheit achten
19. Mai 2020
Berlin – Das Diagnosespektrum bei Kindern und Jugendlichen hat sich in den vergangenen Jahren verschoben: Kinder- und Jugendärzte haben zwischen 2010 und 2017 vermehrt psychosoziale Auffälligkeiten
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER