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Politik

Rund 50 000 Pflegefachkräfte fehlen schätzungsweise in Deutschland.

Dienstag, 27. August 2013

Erfurt – Die Anbieter privater sozialer Dienste in Thüringen haben vor der Bundestags­wahl gefordert, mehr Geld ins deutsche Pflegesystem zu stecken. Eine Erhöhung der Beiträge für die gesetzliche Pflegeversicherung dürfe kein Tabu sein, erklärten Vertreter heute bei einer Podiumsdiskussion mit Thüringer Bundestagswahlkandidaten in Erfurt.

Bei keiner anderen Sozialversicherung werde es eine so breite gesellschaftliche Akzeptanz für eine Beitragserhöhung geben. Nur so könnten auskömmliche Pflegesätze für die Dienstleister erzielt werden, die wiederum angemessene Stundenlöhne ermöglichten. Nach Angaben des Verbandes fehlen in Deutschland etwa 50.000 Pflegefachkräfte.

Es gebe noch immer große Unterschiede bei den Pflegesätzen zwischen alten und neuen Ländern, sagte die Landesgruppenvorsitzende im Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste, Margit Benkenstein. So liege der Verrechnungssatz für eine Pflegedienstleistung im Freistaat 30 Prozent unter dem Satz, der für die gleiche Leistung in Hessen üblich sei.

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Zwischen den Kandidaten entspann sich während der Diskussion ein Disput über die Möglichkeiten der Finanzierung des sich abzeichnenden Pflegebedarfs. FDP-General­sekretär Patrick Kurth sprach sich dafür aus, die bereits eingeführte private Pflege­zusatzversicherung - den sogenannten Pflege-Bahr - weiter zu stärken. Der SPD-Spitzen­kandidat Carsten Schneider sowie Grünen-Spitzenkandidat Dieter Lauinger forderten dagegen die Einführung einer Bürgerversicherung.

Diese bedeute keinen „Einheitsbrei“ bei den Sozialversicherungen, sondern solle deren Finanzierung auf eine einheitliche Basis stellen. „Was wir nicht wollen, ist eine Privatisierung des Pflegerisikos“, sagte Schneider. Kurth dagegen sagte, eine Bürgerversicherung werde „höhere Kosten für alle, weniger Leistungen für viele“ bedeuten. © hil/aerzteblatt.de

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