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Medizin

Morbus Parkinson: Alzheimer-Proteine im Liquor vermindert

Dienstag, 27. August 2013

Philadelphia – Das Frühstadium des Morbus Parkinson ist gekennzeichnet durch einen Abfall von verschiedenen Proteinen im Liquor cerebrospinalis. Darunter waren einer Studie in JAMA Neurology (2013; doi:10.1001/.jamaneurol.2013.3861) zufolge auch einige für den Morbus Alzheimer charakteristische Biomarker.

Morbus Alzheimer und Morbus Parkinson sind neurodegenerative Erkrankungen mit einer unterschiedlichen Ätiologie. Die Alzheimer-Demenz wird durch die Ablagerung von Beta-Amyloid und Tau-Fibrillen verursacht. Beim Morbus Parkinson kommt es zur Bildung von Lewy-Körperchen, in denen sich ebenfalls Proteine ablagern, darunter alpha-Synuclein.

Die Parkinson's Progression Markers Initiative (PPMI), die nach Biomarkern im Liquor sucht, die die Frühdiagnose des Morbus Parkinson erleichtern könnten, hat in ihrer ersten Studie deshalb auch die Konzentration von alpha-Synuclein bestimmt.

Wie das Team um Leslie Shaw von der Perelman School of Medicine in Philadelphia berichtet, hatten die 63 Patienten, die seit weniger als 2 Jahren Symptome der Erkrankung hatten und bei denen ein DaTscan Dopamin-Defizite in den Hirnzellen angezeigt hat, einen leichten Abfall von alpha-Synuclein im Liquor im Vergleich zu 39 gesunden Kontrollen.

Shaw deutet dies als Folge der Anreicherung von alpha-Synuclein in den Neuronen. Das Team hat außerdem die Alzheimer-Marker Abeta1-42, T-tau und P-tau181 bestimmt. Frühere Studien hatten gezeigt, dass diese Marker im Verlauf der Parkinson-Erkrankung abfallen können.

Dies ist nach den Ergebnissen von Shaw bereits im Frühstadium der Fall. Der Grund ist nicht ganz klar. Shaw vermutet, dass es zu einer Interaktion zwischen den Tau-Proteinen und alpha-Synuclein kommt, die die Freisetzung der Tau-Proteine in den Liquor begrenzt. Auch hier war der Abfall gering, aber signifikant.

Die Unterschiede zu den gesunden Vergleichspersonen waren zu gering für einen verlässlichen Liquortest, es zeichneten sich aber interessante Trends ab. So hatten Parkinson-Patienten mit niedrigen Tau-Proteinen und niedrigen alpha-Synuclein besonders ausgeprägte motorische Funktionsstörungen.

Die Kombination aus niedrigen Liquorkonzentrationen von Beta-Amyloid und Tau-Pro­teinen war dagegen kennzeichnend für eine Variante der Erkrankung, die mit einer Haltungsinstabilität und Gangstörung (PIGD) einhergeht. Dieser PIGD-Subtyp des Morbus Parkinson ist häufig durch einen schweren Verlauf gekennzeichnet und es kommt später häufiger zu einem kognitiven Verfall.

Ob die Biomarker eine Frühdiagnose oder sogar Unterschiede zwischen den Verlaufs­formen ermöglichen, lässt sich derzeit noch nicht absehen. Das Team hat in diesem Sommer eine weitere Studie begonnen, in der eine Gruppe von Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko (Risikofaktoren Hyposmie, REM-Schlaf-Verhaltensstörung oder Mutationen im LRRK2-Gen) regelmäßig auf Liquormarker eines beginnenden Morbus Parkinson hin untersucht werden soll. © rme/aerzteblatt.de

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