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Drei von sieben Lebensregeln reduzieren Schlaganfallrisiko deutlich

Donnerstag, 29. August 2013

"Die größte Wirkung hat danach der Blutdruck" dpa

Atlanta/Berlin – Wer das Risiko für einen Schlaganfall senken möchte, sollte bei seinem Lebensstil besonders auf einen normalen Blutdruck und gute Blutzuckerwerte achten und außerdem nicht rauchen. Allein ein gut eingestellter Blutdruck senkt das Risiko um 60 Prozent. Das berichten die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Sie beziehen sich dabei auf eine in der Fachzeitschrift Stroke (2013 Jul;44(7):1909-14) erschienene Studie, die untersucht, ob und gegebenenfalls wie sich die sieben Lebens­regeln der US-amerikanischen Herzgesellschaft zum Schutz vor einem Herzinfarkt auch auf das Schlaganfallrisiko auswirken.

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Diese sieben Regeln beziehen sich auf Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker. Außerdem sollte man viertens körperlich aktiv sein, fünftens Übergewicht vermeiden, sich sechstens gesund ernähren und siebtens nicht rauchen.

In der Studie begleiteten Wissenschaftler unter der Leitung des Departments of Epidemiology der Emory University Atlanta mehr als 22.000 US-Amerikaner im Alter über 45 Jahre über fast fünf Jahre. Die Teilnehmer füllten zu Beginn der Studie Fragebögen zu ihren Lebensgewohnheiten aus. So konnten die Forscher den Einfluss einzelner Lebensregel auf die Schlaganfallhäufigkeit untersuchen.

„Die Teilnehmer mit einem optimalen Lebensstil erlitten nur halb so häufig einen Schlaganfall wie Teilnehmer, die gegen viele Regeln verstießen“, erläutert der DSG-Pressesprecher Joachim Röther von der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona.

Die Studie dokumentiert erstmals, dass auch die Einhaltung einzelner Lebensregeln das Schlaganfallrisiko günstig beeinflusst. Die größte Wirkung hat danach der Blutdruck. Optimale Werte senkten das Schlaganfallrisiko um 60 Prozent. „Der Bluthochdruck kann heute mit Medikamenten ohne Einschränkung der Lebensqualität wirksam behandelt werden“, sagte Hans-Christoph Diener, Pressesprecher der DGN und Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen: „Alle betroffenen Erwachsenen sollten diese Möglichkeit nutzen.“

Einen deutlichen Einfluss hatte auch der Verzicht auf das Rauchen. „Studienteilnehmer, die seit mindestens einem Jahr nicht mehr geraucht hatten, erlitten um 40 Prozent seltener einen Schlaganfall“, berichtet Diener. Ebenso groß war der Einfluss des Blutzuckers. „Ein Diabetes gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für den Schlag­anfall“, so Diener.

Bei den anderen Lebensstilfaktoren war die Schutzwirkung vor einem Schlaganfall in der Studie geringer und statistisch nicht sicher nachweisbar. „Niedriges Cholesterin, körper­liche Bewegung, gesunde Ernährung und Normalgewicht schützen jedoch definitiv vor einem Herzinfarkt und sind deshalb wichtige Gesundheitsziele“, hieß es aus DGN und DSG. © hil/aerzteblatt.de

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