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Medizin

Akute Cholezystitis: Operation innerhalb von 24 Stunden ist besser als abwarten

Freitag, 30. August 2013

Heidelberg – Patienten mit akuter Cholezystitis sollten sofort operiert werden und nicht zunächst einer mehrwöchigen, konservativen Therapie unterzogen werden. Zu diesem Ergebnis kommt die ACDC-Studie (Acute Cholecystitis—early laparoscopic surgery versus antibiotic therapy and Delayed elective Cholecystectomy) des Universitäts­klinikums Heidelberg.

Die interdisziplinäre, prospektiv randomisierte Studie vergleicht das chirurgische Behandlungskonzept der Cholezystitis (frühe laparoskopische Operation innerhalb von 24 Stunden) mit dem konservativen Vorgehen (Operation im Intervall) und liefert so Evidenz bezüglich der Frage, welches der beiden Behandlungskonzepte medizinisch und ökonomisch sinnvoll ist. Studienendpunkt war die Morbidität nach 90 Tagen.

Die akute Cholezystitis gehört zu den häufigsten Krankheitsbildern im klinischen Alltag. Es besteht Konsens darüber, dass die laparoskopische Cholezystektomie die Therapie der Wahl darstellt. Allerdings: Der optimale Operationszeitpunkt war bisher nicht eindeutig geklärt.

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Akute Cholezystitis: Fünf Fragen an Prof. Dr. med. Markus W. Büchler, Seniorautor der ACDC-Studie

Köln – Die akute Cholezystitis gehört zu den häufigsten Krankheitsbildern im klinischen Alltag. Es besteht Konsens darüber, dass die laparoskopische Cholezystektomie die Therapie der Wahl darstellt.

Zwar schien eine frühe oder unverzügliche Gallenblasenentfernung Vorteile gegenüber dem initial konservativen Vorgehen mit antibiotischer Therapie und Operation im Intervall zu haben. Aufgrund begrenzter Patientenzahlen und der Inhomogenität vorliegender Studien und Metaanalysen gab es jedoch noch kein evidenzbasiertes Ergebnis. Mit den nun veröffentlichten Ergebnissen der interdisziplinären, prospektiv randomisierten ACDC-Studie (Annals of Surgery 2013;  258 (3): 385–393 / doi: 10.1097/SLA.0b013e3182a1599b) wurde Klarheit geschaffen.

Hierfür wurden 618 Patienten nach dem Zufallsprinzip entweder innerhalb von 24 Stunden nach Krankenhausaufnahme operiert (n = 304) oder sie erhielten zunächst für mindestens 48 Stunden eine Antibiose mit Moxifloxacin (400 mg einmal täglich iv.) gefolgt von einer elektiven laparoskopischen Cholezystektomie zwischen Tag sieben und 45 (n = 314).

Primärer Endpunkt der Studie war die Morbidität 75 Tage nach Studieneinschluss. Als sekundäre Endpunkte wurden festgelegt: ein vordefinierter Morbiditäts-Score (Trials 2007; 8: 29) am 75. Tag, die Konversionsrate, Wechsel der Antibiotikatherapie wegen mangelnder Wirksamkeit oder Verträglichkeit von Moxifloxacin, Mortalität nach 75 Tagen, Dauer der Hospitalisierung (gesamt und postoperativ) sowie die Kosten der Behandlungsregime.

Wie Carsten N. Gutt, inzwischen Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäss- und Thoraxchirurgie am Klinikum Memmingen, und die Koautoren in den Annals of Surgery berichten, war die Morbidität bei frühzeitiger Operation signifikant niedriger (11,8 Prozent) als bei zunächst konservativem Vorgehen (34,4 Prozent). Demgegenüber unterschied sich die Konversions-und Mortalitätsrate zwischen beiden Gruppen nicht.

Auch aus ökonomischen Gesichtspunkten spricht vieles für die frühzeitige Gallen­blasenentfernung: Denn die Patienten verweilen im Durchschnitt nur 5,4 Tage in der Klinik (versus 10,0 Tage, p < 0.001), was sich auch in deutlich niedrigeren Krankenhauskosten (2.919 Euro) widerspiegelt (versus 4.262 Euro, p< 0.001).

Die ACDC-Studie konnte somit erstmalig im Detail belegen, dass die laparoskopische Cholezystektomie innerhalb von 24 Stunden nach Krankenhausaufnahme hinsichtlich Morbidität und Kosten günstiger abschneidet als der primär konservative Ansatz. „Deshalb glauben wir, dass die sofortige laparoskopische Cholezystektomie die Therapie der Wahl für die akute Cholezystitis bei operablen Patienten werden sollte“, so die Autoren.

© zyl/aerzteblatt.de

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