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Ärzteschaft

Neuer Honorar­verteilungsmaßstab in Schleswig-Holstein

Freitag, 30. August 2013

Bad Segeberg – Die Abgeordnetenversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) hat einen neuen Honorarverteilungsmaßstab (HVM) beschlossen. Demnach werden ab Oktober dieses Jahres arztindividuelle Punktzahl­volumina (PZV) eingeführt. Diese sollen die bisherige Honorarverteilungssystematik nach Regelleistungsvolumina (RLV), qualifikationsgebundenen Zusatzvolumina (QZV) und Praxisbesonderheiten ablösen.

Ziel des neuen HVM seien mehr Stabilität und Kalkulationssicherheit, so die KVSH. Denn in der bisherigen Systematik hätten die RLV- und QZV-Fallwerte nicht nur von Quartal zu Quartal geschwankt, in einigen Fachgruppen seien sie auch immer mehr gesunken. Außerdem musste die KV nach dem alten Honorarsystem viele Leistungsbereiche schon ein Dreivierteljahr im Voraus berechnen. Die Folge: Unvermeidliche Fehleinschätzungen, die nachträglich nur zulasten der Regelleistungsvolumina behoben werden konnten.

Nach dem neuen HVM werden die PZV auf Basis der Punktzahlanforderung des Vorjahresquartals berechnet. Der KV zufolge sollen rund 80 Prozent der Leistungen mit einem festen Punktwert von zehn Cent vergütet werden, die übrigen Leistungen mit einem gestaffelten Restpunktwert.

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Davon ausgenommen sind extrabudgetäre Leistungen wie Prävention und ambulante Operationen. Für die Psychotherapeuten ändert sich laut KV nichts: Sie erhalten für die Berechnung ihres Honorarvolumens weiterhin zeitbezogene Kapazitätsgrenzen. Aller­dings werden künftig über die Kapazitätsgrenzen hinausgehende Leistungen mit dem fachärztlichen Restpunktwert vergütet.

Allerdings bleibt auch beim neuen HVM das Problem der Mengenbegrenzung bestehen: „Neuer HVM heißt leider nicht automatisch neues Geld von den Krankenkassen“, betonte KVSH-Vorstandsvorsitzende Monika Schliffke. Es gehe nur um eine andere, besser zu kalkulierende Verteilung des von den Kassen zu Verfügung gestellten Gesamthonorars an die Ärzte. Eine für alle Ärzte gleichermaßen gerechte Verteilung des Geldes sei in budgetierten Systemen unmöglich, das werde auch der neue HVM nicht leisten, so Schliffke. © hil/aerzteblatt.de

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