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Ärzteschaft

Helming: „Wettbewerb passt nicht in solidarisches System“

Dienstag, 3. September 2013

Berlin –­ Viele Ökonomen und Politiker halten mehr Wettbewerb zwischen Krankenkassen für sinnvoll. Dem widersprach der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereini­gung (KV) Brandenburg, Hans-Joachim Helming, heute in Berlin: Einen Wettbewerb zwischen Krankenkassen innerhalb des Solidarsystems zu implementieren, wie es Anfang der 1990er-Jahre durch Horst Seehofer geschehen sei, sei falsch gewesen „Wettbewerb in einem solidarischen System – das passt einfach nicht zusammen“, kritisierte Helming auf der Pressekonferenz „Baustelle Gesundheit – Gefährdung von Versorgung und Vergütung“ der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten.

Wie sich dieser Wettbewerb auswirke, sei aktuell zu beobachten, so der KV-Vorsitzende. Auf der einen Seite bunkerten die Krankenkassen Milliardenbeträge und auf der anderen Seite begrenzten sie Leistungen, die den Versicherten im Sozialgesetzbuch V zugesichert würden.

Dem Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen zufolge hatten Gutachter des Medizinischen Dienstes der Kran­ken­ver­siche­rung im Jahr 2012 bei 230.000 von ihrem Arzt arbeitsunfähig geschriebenen Patienten entschieden, dass es keinen Grund für die Fortsetzung der Arbeitsunfähigkeit gebe. Dadurch verletzten die Krankenkassen gezielt ihre Leistungspflicht, sagte Helming.

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Der erste Vorsitzende des Spitzenverbandes der Fachärzte Deutschlands, Andreas Gassen, kritisierte, dass die Gesundheitspolitik im aktuellen Bundestagswahlkampf kaum eine Rolle spiele. „Bei dem TV-Duell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück wurde lange über die PKW-Maut diskutiert; das milliardenschwere Gesundheitswesen hingegen wurde in zwei Nebensätzen abgehandelt.“

Die von den Oppositionsparteien geforderte Bürgerversicherung bezeichnete Gassen als „ideologisches Konstrukt“, das keine Probleme löse, sondern nur weitere erzeuge. Zudem kritisierte er die Forderung von Oppositionspolitikern, Patienten müssten ihren Ärzten auf Augenhöhe begegnen. „Ich verhandle mit meinem KFZ-Mechaniker doch auch nicht auf Augenhöhe – und zwar, weil ich keine Ahnung von Autos habe“, sagte Gassen.

Von der Politik forderte er, künftig auch Fachärzte zu fördern. Die Förderung von Hausärzten sei sinnvoll gewesen, doch nun sei es an der Zeit, dass ein Umdenken einsetze. Sonst würden sich viele grundversorgende wohnortnahe Fachärzte „irgendwann verabschieden“. © fos/aerzteblatt.de

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Avatar #669761
Hanschmitz
am Mittwoch, 4. September 2013, 09:45

Warentest

Der Test von Stiftung Warentest war sehr gut und hat mir da echt weitergeholfen
Avatar #669761
Hanschmitz
am Mittwoch, 4. September 2013, 09:45

Warentest

Der Test von Stiftung Warentest war sehr gut und hat mir da echt weitergeholfen
Avatar #107281
gerngesund
am Mittwoch, 4. September 2013, 08:50

Krankenkassenvergleich

Man schaue sich nur mal die Leistungsunterschiede der Krankenkassen im aktuellen Vergleich der Stiftung Warentest an, dann sieht man, was Wettbewerb ist und welche Kasse mehr und welche weniger bietet.
Avatar #104249
Senbuddy
am Dienstag, 3. September 2013, 22:05

Wettbewerb gibt es aber immer...

.. egal ob in sogenannten "solidarsichen" oder allen anderen Systemen:

Wenn nicht beim Beitrag dann eben bei solchen Auswüchsen wie bei der Konkurrenz um die höchsten Morbiditätszahlen oder beim Wettbewerb um gutverdienende Kunden durch skurrile "Vertriebsmethoden" oder sinnlose Nebenleistungen.

Dann ist der Wettbewerb beim Beitrag doch aber eindeutig der beste. Denn dabei können die Versicherten wenigstens sinnvoll bewerten, welche Kasse sie sich suchen.

Nur echte und offener Konkurrenz bei Preis und Leistung fördert die Leistungsfähigkeit von gesetzlichen und privaten Versicherungen. Am schlimmsten wäre dagegen eine einzige gesetzliche Einheitskasse (wie es ja manche mit der Bürgerversicherung anstreben): Dann würde man sehr schnell feststellen können, wie die Qualität im Gesundheitswesen durch noch mehr Lethargie in den Verwaltungen rapide absackt...

Viele Grüße
S.
LNS
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