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Politik

Neuer Kino- und TV-Spot zur Organspende

Dienstag, 3. September 2013

Berlin –  Ab dem 5.September wird der neue Spot zum Thema Organspende „Kein Witz!“ bundesweit im Kino und im Fernsehen zu sehen sein. Mit ihm möchte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Bürgerinnen und Bürger dazu motivieren, sich mit dem sensiblen Thema Organspende auseinanderzusetzen.

Auch Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr hofft, dass der Spot dazu beiträgt, dass sich jeder Bürger zumindest einmal im Leben mit dem Thema Organspende auseinander setzt. „Organspende kann Leben retten. Deshalb ist es wichtig, dass jeder seine persönliche Entscheidung trifft. Mit dem neuen Spot und seiner Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit werden wir Menschen ansprechen, die sich bisher noch nicht für das Thema Organspende geöffnet haben“, sagte er bei der heutigen Präsentation in Berlin.

Den Protagonisten des Spots, Ralf Schmitz, haben die Dreharbeiten bewegt, sich eingehend mit dem Thema zu befassen. „Humor ist oft ein Hürdennehmer und ein Transportmittel ins Herz. Er hilft, einen leichteren Zugang zu einem Thema zu finden und sich Dingen zu nähern, die einem vielleicht schwierig  erscheinen. Bei einem eher ernsten Thema zu lachen, heißt aber nicht, den Respekt zu verlieren“, erläuterte er seinen Blickwinkel. 

Fast drei Viertel der Bevölkerung (70 Prozent)  wären zu einer Organ- und Gewebe­spende bereit, wie eine Repräsentativerhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2012 zeigt. „Aber nur 22 Prozent haben ihre persönliche Entscheidung in einem Organspendeausweis dokumentiert“, sagte Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA.

Umso wichtiger sei es, auf den Organspendeausweis und die damit verbundenen Möglichkeiten, die eigene Entscheidung festzuhalten, aufmerksam zu machen. „Aus unseren Studien wissen wir außerdem, dass sich die Mehrzahl der Bevölkerung bei dem Thema Organspende neben Sachinformationen auch eine emotionale Ansprache wünscht. Auf diesen Wunsch geht die BZgA unter anderem mit Lebensgeschichten und Erfahrungen von Betroffenen ein. “

Der neue Spot  kann unter www.bzga-avmedien.de oder www.organspende-info.de angeklickt werden. Unter www.bzga-avmedien.de ist außerdem ein Making-of und ein Interview mit Ralf Schmitz abrufbar. © ER/aerzteblatt.de

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Hanschmitz
am Mittwoch, 4. September 2013, 09:37

ja

Wäre ich auch mal für. Wie sollen wir die Leute zur Organspende ermutigen, wenn diese keinen Plan haben worums geht.
gerngesund
am Mittwoch, 4. September 2013, 09:24

Wir brauchen gute Information und keine Werbung!

Wann endlich werden wir über Organspende ehrlich und umfassend _informiert_?

Wenn die Spendenbereitschaft erhöht werden soll, muss endlich die Tabuisierung dessen, was da passiert, beendet werden!

Vor jeder "normalen" Operation muss man mindestens ein Blatt A-4 durchlesen und unterschreiben, dass man Wirkungen und Nebenwirkungen zur Kenntnis genommen hat. Bei großen OPs können es vier und mehr Seiten sein.
Es gilt das Prinzip des aufgeklärten Patienten, der wissen soll, was mit ihm geschieht.

Nur bei der Organspende wird man mit Hochglanzbroschüren belästigt, eine entsprechende Aufklärung findet nicht statt. Eigentlich müsste für jedes Gewebe und für jedes Organ ein Aufklärungsbogen in einem vergleichbaren Umfang leicht zugänglich zur Verfügung gestellt werden. Eigentlich müsste der genaue Ablauf der Explantation einschließlich der verwendeten Narkosemittel usw. leicht zugänglich dargestellt werden, damit jeder weiß, was er seinem hirntoten Körper zumutet. Es gibt viele, die das nicht wissen wollen und einfach so unterschreiben. Aber die, die es wissen wollen, müssen sich mühsam durch Kritiker-Seiten durchwühlen, die müssen aufpassen, wann sich mal eine Fernsehdokumentation kurz vor Mitternacht des Themas annimmt.

In den Broschüren zur Organspende wird mit der Transplantation von Gehörknöchelchen geworben. Und die HNOs setzten in der Realität welche aus Titan ein. Ich weiß das aus erster Hand. Da fühle ich mich doch betrogen!

Inzwischen können eine ganze Reihe an Geweben entnommen und in diversen Gewebebanken gelagert werden. Ich möchte vor der Erklärung zur Spendenbereitschaft wissen: Wo werden die gelagert, zu welchem Zweck werden sie gelagert, welche Risiken bestehen für die Empfänger usw.

Mir wird dann immer wieder gesagt: Du kannst ja nur die in den Spendeausweis schreiben, die du wirklich spenden willst.

Und ich sage immer: Woher soll ich wissen, welche ich spenden will und welche nicht? Ich habe doch keinerlei Informationen darüber!

Warum macht man ein solches Geheimnis darum, was bei einer Organspende mit welchem Organ passiert?
Warum sagt man nicht offen und ehrlich, dass bei einer Hornhauttransplnatation das ganze Auge entnommen und durch eine Prothese ersetzt wird?

Warum gibt es nirgendwo leicht zugänglich Informationen darüber, warum und in welchen Fällen ein gespendetes Kreuzband oder eine gespendete Achillissehne besser ist als ein künstliches Implantat?

Warum wird nirgendwo für die Organspender leicht zugänglich der Unterschied zwischen einer absolut lebensnotwendigen Herz-, Nieren- oder Lungen­trans­plan­ta­tion und einer (man verzeihe mir hier die Zuspitzung) "Luxusimplantation" eines gebrauchten Kreuzbandes diskutiert und erklärt, warum die vielleicht gar kein Luxus ist?

Warum stellt das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium oder die Krankenkassen nicht ein Organspende-Wiki zur Verfügung, wo man alles leicht verständlich aufbereitet nachlesen kann? Die wollen doch was von mir! Und ich würde es sogar gerne geben!

Ich fühle mich von diesen Werbefilmchen in keiner Weise als Organspender ernst genommen sondern im höchsten Maße verarscht. Für wie dumm hält man mich eigentlich als Spender? Traut man mir nicht zu, mit der Wahrheit angemessen umgehen zu können?

Und falls sich jemand motiviert fühlt, tatsächlich ein solches Wiki zu finanzieren und anzupacken: Es gehört selbstverständlich auch die Empfängerseite hinzu: Welche Vorteile hat die Implantation eines solchen Spenderorgans und welche Nachteile? Wir groß ist die Überlebensrate nach der Transplantation? Und wie oft gewinnt man im schlimmsten Fall nur wenige Monate - die aber nur noch beatmet auf der Intensivstation? Ich habe das einmal bei einem sehr guten Bekannten erlebt und bin inzwischen überzeugt: Ohne das Spenderorgan wäre es ihm insgesamt besser ergangen. Das neue Organ hat ihm Lebensqualität und Lebensdauer genommen.

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