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Medizin

Diabetiker mit Mikroalbuminurie verlieren schneller kognitive Fähigkeiten

Mittwoch, 4. September 2013

Georgia – Diabetiker mit einer Mikroalbuminurie könnten ein erhöhtes Risiko für den Verlust kognitiver Fähigkeiten haben. Forscher um Joshua Barzilay von der Emory School of Medicine und Lenore Launer am National Institute on Aging berichten über entsprechende Ergebnisse im Clinical Journal of the American Society of Nephrology (doi: 10.2215/CJN.113211129).

Eine diabetische Nephropathie ist eine typische mikroangiopathische Folgeerkrankung des Diabetes mellitus. Die diabetische Nephropathie entwickelt sich innerhalb mehrerer Jahre und beginnt häufig mit einer geringen Albuminausscheidung im Urin, der Mikro­albuminurie. Nicht nur die kleinen Gefäße der Nieren können von den Folgen des Diabetes betroffen sein. Mikroangiopathische Läsionen im Gehirn könnten auch den Verlust der kognitiven Fähigkeiten beschleunigen.

Demenzerkrankungen manifestieren sich laut den Wissenschaftlern bei Diabetikern im Vergleich zur gesunden Bevölkerung häufiger und früher. Die Forscher untersuchten daher, ob die ersten Warnzeichen der Mikroangiopathie auch auf ein höheres Risiko für den Verlust der kognitiven Funktionen schließen lassen.

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Die Forscher führten bei 2.977 Diabetikern über einen Zeitraum von 40 Monaten insgesamt drei kognitive Tests durch. Die Tests erfassten die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung, das verbale Gedächtnis und die sogenannte exekutive Funktion. Die Studienkohorte hatte ein Durchschnittsalter von 62,5 Jahren.

Die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung war bei Diabetikern, die bereits zu Studienbeginn eine Mikroalbuminurie hatten, häufig gesenkt (5,8 Prozent versus 2,6 Prozent, P=0.001). In Bezug auf das verbale Gedächtnis und die exekutive Funktion konnten die Forscher ähnliche Tendenzen feststellen, jedoch waren diese Ergebnisse weniger signifikant (P=0.11 und P=0.08).

Der Geschwindigkeitsverlust der Informationsverarbeitung betrug bei persistenter und progressiver Mikroalbuminurie größer gleich fünf Prozent, während die beiden anderen kognitiven Parameter sich bei einer Mikroalbuminurie im Verlauf der Studie nicht wesentlich verschlechterten.

Der subtile Verlust der kognitiven Funktion über diesen kurzen Zeitraum könnte laut den Forschern möglicherweise über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren klinisch relevant werden. Die Betroffenen der Studiengruppe wären dann in einer Altersgruppe, die häufig von Demenzerkrankungen betroffen ist.

© hil/aerzteblatt.de

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