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Ärzteschaft

Herausforderungen des demografischen Wandels in Rheinland-Pfalz

Mittwoch, 4. September 2013

dpa

Mainz – Der demografische Wandel stellt Ärzte, Klinikverwaltungen und Kranken­pflegekräfte vor neue Herausforderungen. Der Behandlungs- und Betreuungsalltag in den Krankenhäusern muss diesen sich wandelnden Anforderungen gerecht werden. Darauf hat die Lan­des­ärz­te­kam­mer Rheinland-Pfalz im Vorfeld einer Fachtagung zum Thema hingewiesen.

In den rheinland-pfälzischen Krankenhäusern ist im Jahr 2011 zum sechsten Mal in Folge die Zahl der vollstationären Behandlungsfälle gestiegen: auf 890.729 Fälle. Sie liegt damit 1,4 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Eine Ursache ist laut der Ärztekammer die wachsende Zahl älterer Menschen, bei denen überdurchschnittlich häufig Kranken­haus­behandlungen erforderlich werden.

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Zugleich zeige sich aber auch, dass trotz der gestiegenen Zahl der Patienten die Zahl der Behandlungstage auf dem gleichen Niveau bleibe. Der Grund dafür sei, dass die durchschnittliche Verweildauer je Patient gesunken sei: von 9,9 Tagen 1999 auf 7,6 Tage im Jahr 2011. Ärzte und Pflegekräfte müssten also immer mehr Patienten in immer kürzerer Zeit behandeln und pflegen.

Im Jahr 2010 war die Hälfte der Rheinland-Pfälzer älter als 44 Jahre. Im Jahr 2060 wird laut der Kammer die Hälfte der Rheinland-Pfälzer über 51 Jahre alt sein. Im Jahr 2011 ist jeder fünfte Rheinland-Pfälzer über 65 Jahre alt gewesen. 2060 werde jeder dritte Rheinland-Pfälzer älter als 65 Jahre sein.

„Patienten um die 90 sind inzwischen in den Kliniken keine Besonderheit mehr. Hinzu kommt, dass ältere und alte Patienten meist auch an mehreren Krankheiten leiden. Diese Multimorbidität erfordert besondere Aufmerksamkeit“, erläutert Frieder Hesse­nauer, Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer Rheinland-Pfalz.

„Alte Menschen brauchen auch mehr Zeit, um ihren Alltag zu bewältigen. Doch das langsamer werdende Lebenstempo passt nicht gut zur Hektik des modernen Klinik­betriebs“, kritisiert Markus Mai vom Bundesverband Pflegemanagement. Doch für pflegerische Zuwendung, die über das übliche Maß hinausgehe, fehle den Pflegekräften auf den Stationen meist Zeit und Personal.

Der demografische Wandel hat aber auch noch eine weitere Facette, die für die Krankenhäuser eine wichtige Herausforderung ist: „Denn auch immer mehr Ärzte und Pflegekräfte kommen in das Alter, in dem der Ruhestand immer näher rückt. Doch junge Nachfolger sind keineswegs in gleicher Zahl in Sicht. Personallücken entstehen, weil Fachkräfte fehlen“, erläutert Günter Merschbächer vom Verband der Krankenhausdirektoren. © hil/aerzteblatt.de

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