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Medizin

Anämie unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreis­lauf-Sterblichkeit

Donnerstag, 5. September 2013

Amsterdam/Greifswald – Eine Anämie erhöht das generelle und das kardiovaskuläre Sterblichkeitsrisiko. Das berichtete eine Arbeitsgruppe um Marcus Dörr von der Universitätsmedizin Greifswald auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Amsterdam.

Sie werteten dafür Daten aus der „Study of Health in Pomerania“ aus. Dabei unter­suchten die Forscher die Auswirkungen von Anämie nicht bei Menschen mit definierten Erkrankungen, sondern in einer zufällig ausgewählten, für die Gesamtbevölkerung repräsentativen Gruppe. Von 4.200 Teilnehmern waren während einer Beobachtungszeit von durchschnittlich 11,3 Jahren 541 verstorben, darunter 180 aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Auswertung ergab einen Zusammenhang zwischen niedrigen Hämoglobin-Werten und der Gesamt-Sterblichkeit – Studienteilnehmer mit den niedrigsten Hämoglobin-Werten hatten ein um rund die Hälfte erhöhtes Sterberisiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verglichen mit dem Bevölkerungsdurchschnitt. Weitere Einflussfaktoren wie Alter, Rauchen, Alkoholkonsum, körperliche Inaktivität, Bauchumfang und Diabetes mellitus rechneten die Forscher dabei heraus.

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In weiteren Analysen schlossen sie außerdem potenzielle Einflüsse vorbestehender oder akuter Erkrankungen aus, indem Studienteilnehmer, die bereits vor Beginn der Studie einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder eine Krebserkrankung hatten, nicht mehr berücksichtigt wurden. Außerdem berücksichtigten sie keine Personen, die innerhalb des ersten Beobachtungsjahres verstorben waren.

Auch in diesen Analysen fanden sie einen Zusammenhang zwischen Anämie und der erhöhten Sterblichkeit durch Herzerkrankungen. „Es deutet sich an, dass eine einfache Hämoglobin-Bestimmung unabhängig von anderen Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, Rauchstatus, Bauchumfang, Lipidprofil, Blutdruck und Diabetes mellitus ein wichtiger Parameter zur Identifizierung von Risikopatienten sein könnte“, so Studienautor Dörr. © hil/aerzteblatt.de

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