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Medizin

Allergologen warnen vor dramatischer Unterversorgung

Donnerstag, 5. September 2013

dpa

Bonn – Vor „dramatischen Versorgungslücken“ warnen die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI) und der Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA) auf dem achten Deutschen Allergiekongress in Bochum. Nur jeder 20. Asthmatiker und jeder 14. Heuschnupfen-Patient erhält laut den Gesellschaften eine ursächliche Therapie durch eine sogenannte Hyposensibilisierung. Das zeigten Ergebnisse der „Duisburg-Essener Versorgungsstudie“. Im Auftrag des AeDA wertete Jürgen Wasem, Universität Duisburg-Essen, die Daten von 40 Millionen Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen hinsichtlich der Behandlung bei Allergien aus.

„Allergien sind zur Volkskrankheit geworden. Obwohl jeder fünfte Mensch im Laufe seines Lebens von einer allergischen Erkrankung betroffen ist, wird das Risiko einer Allergie vielfach bagatellisiert – sowohl von den Betroffenen oder ihren Angehörigen als auch von den behandelnden Medizinern“, sagte der Kongresspräsident Eckard Hamelmann, Direktor der Universitätskinderklinik Bochum und DGAKI-Generalsekretär.

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Gerade beim Asthma bronchiale sei neben der Zunahme der Allergiehäufigkeit auch eine Zunahme des Schweregrades der Erkrankungen zu verzeichnen“, warnte Kongress­präsidentin Monika Raulf-Heimsoth, Leiterin des Kompetenz-Zentrums Allergologie – Immunologie des Institutes für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung an der Ruhr-Universität Bochum.

Laut AeDA-Vizepräsident Ludger Klimek, Wiesbaden, sind die Gründe für die Unterversorgung vielfältig: „Zu nennen sind ein schlechtes Honorarsystem, die Furcht vor Arzneimittel-Regressen, die Zersplitterung der Allergologie auf verschiedene Facharztgruppen sowie die wegen der demografischen Entwicklung sinkende Zahl allergologisch behandelnder Ärzte“, so Klimek. „Es fehlt nach wie vor eine verbindliche Verankerung der Allergologie im Medizinstudium. Es bleibt heute dem lokalen und regionalen Zufall überlassen, ob ein Medizinstudent im Bereich der Allergologie ausgebildet wird oder nicht“, ergänzte DGAKI-Präsident Harald Renz. © hil/aerzteblatt.de

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