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Politik

Gesundheitsfonds im ersten Halbjahr zwei Milliarden Euro im Minus

Donnerstag, 5. September 2013

dpa

Berlin – Der Gesundheitsfonds, aus dessen Mitteln die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) finanziert wird, verzeichnet im ersten Halbjahr 2013 ein Defizit von 1,98 Milliarden Euro. Die Krankenkassen selbst erwirtschafteten allerdings ein Plus von 1,09 Milliarden Euro. „In der Gesamtbetrachtung der Finanzergebnisse von Krankenkassen und Gesundheitsfonds verzeichnete die GKV im ersten Halbjahr 2013 ein Defizit von rund 890 Millionen Euro“, hieß es heute aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG).

Das Defizit des Gesundheitsfonds sei „saisonbedingt“, so das Ministerium, im zweiten Halbjahr werde es sich vermutlich durch die höheren Beiträge wieder ausgleichen, die sich durch das Urlaubs- und Weihnachtsgeld ergäben.

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„Die Abschaffung der Praxis­gebühr ab 1. Januar 2013, die zur Haushaltskonsolidierung erfolgte Absenkung des Bundeszuschusses um 2,5 Milliarden Euro sowie die notwendigen Verbesserungen der Finanzsituation der Krankenhäuser und beim Apothekennotdienst sind solide finanziert“, kommentierte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (FDP) die Finanzergebnisse. „Unterm Strich werden Gesundheitsfonds und Kassen zum Jahresende wieder ein deutliches Plus haben“, sagte Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung.

Gesundheitsfonds und Krankenkassen verfügen laut BMG am Ende des ersten Halbjahrs 2013 über Finanzreserven von rund 27,7 Milliarden Euro, davon rund 16,6 Milliarden Euro bei den Krankenkassen und rund 11,1 Milliarden Euro beim Gesundheitsfonds.

Die Beitragseinnahmen des Gesundheitsfonds stiegen wegen der günstigen Beschäftigungslage und steigenden Löhnen stärker als im Vorjahr auf 88,33 Milliarden Euro bis Ende Juni gegenüber 85,3 Milliarden im ersten Halbjahr 2012.

Ausgabenzuwächse bei 4,6 Prozent
Die Ausgaben der Kassen je Versicherten stiegen im ersten Halbjahr 2013 um 4,6 Prozent. In diesen Wert hineingerechnet ist aber auch der Wegfall der Praxisgebühr, die den Kassen nicht mehr zugutekommt, und steigende Kosten für die Verwaltungen. Dieser Effekt erklärt auch einen Zuwachs von rund zehn Prozent je Versicherten bei den Ausgaben der Krankenkassen für die ambulante ärztliche Behandlung.

Die Krankenhäuser in Deutschland erhalten laut dem BMG im ersten Halbjahr rund eine Milliarde Euro mehr an Finanzmitteln. Beim Krankengeld habe sich nach mehreren Jahren mit hohen oftmals zweistelligen Zuwächsen der Anstieg mit einem Plus von 7,7 Prozent auf hohem Niveau nur unwesentlich verlangsamt.

Die Arzneimittelausgaben stiegen dagegen nur um 0,3 Prozent. Nachholbedarf sieht das Ministerium bei der Prävention: Sie blieb mit einem Ausgabenanteil von 0,1 Prozent der GKV-Ausgaben „weiter deutlich hinter dem Finanzvolumen zurück, das für eine dringend notwendige Stärkung der Gesund­heits­förder­ung und Prävention erforderlich ist“, hieß es aus dem BMG. © hil/aerzteblatt.de

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