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Gesundheitsexperten warnen auch vor mäßigem Alkoholkonsum in der Schwangerschaft

Freitag, 6. September 2013

dpa

Köln/Berlin – Anlässlich des Tages des alkoholgeschädigten Kindes am 9. September haben Experten erneut vor Alkoholkonsum in der Schwangerschaft gewarnt. Bereits der Konsum geringer Mengen könne Wachstumsstörungen, geistige und soziale Entwick­lungsstörungen verursachen. In der Vollausprägung – dem fetalen Alkoholsyndrom (FAS) – ist die Hirnentwicklung bei den Betroffenen so stark beeinträchtigt, dass sie ein Leben lang auf Hilfe angewiesen bleiben.

Bei schwächeren Ausprägungen treten Entwicklungsverzögerungen und Verhaltens­auffälligkeiten auf, die eine intensive Frühförderung nötig machen, aber trotzdem lebenslange Beeinträchtigungen zur Folge haben können.

Vor diesem Hintergrund forderte die Drogenbeauftragte  der Bundesregierung die sogenannten Alkoholspektrum-Störungen (FASD) als Behinderung anzuerkennen. „Damit diese Kinder schnell die Hilfs- und Förderangebote bekommen, die sie benötigen, ist nicht nur eine frühzeitige ärztliche Diagnose notwendig, sondern auch eine Anerkennung als Behinderung“, betonte Mechthild Dyckmans. 

Laut Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kommen bundesweit jährlich bis zu 10.000 Kinder mit einer FAS-Störung und 2.000 Kinder mit fetalem Alkoholsyndrom zur Welt. „Damit zählen diese Krankheitsbilder zu den häufigsten angeborenen Erkrankungen. Sie sind vollständig vermeidbar, wenn die werdende Mutter auf Alkohol verzichtet“, so BZgA-Direktorin Elisabeth Pott.

Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die Ergebnisse einer kanadischen Langzeitstudie, die erstmals mit einem bildgebenden Verfahren die strukturelle Hirnentwicklung bei gesunden Menschen und Menschen mit FASD im Alter von fünf bis 15 Jahren untersuchte. Dabei zeigte sich, dass der Alkoholkonsum in der Schwanger­schaft die Entwicklung des Gehirns des Kindes bis ins Jugendalter negativ beeinflusst. So schnitt die von FASD betroffene Gruppe etwa bei kognitiven Leistungstests wesentlich schlechter ab. © hil/aerzteblatt.de

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