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Politik

Kranken­häuser lassen sich mit dem Psychiatrie-Entgelt­system Zeit

Montag, 9. September 2013

Berlin – Vergleichsweise wenige psychiatrische Kliniken und Abteilungen in Deutsch­land haben bisher auf das neue Psychiatrie-Entgeltsystem umgestellt. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) rechnen derzeit 70 von rund 450 Fach­krankenhäuser beziehungsweise Fachabteilungen nach der neuen Vergütungs­sys­tematik ab. In diesem und im nächsten Jahr ist den Kliniken noch freigestellt, ob sie das neue System anwenden. Ab 2015 wird dies verbindlich für alle.

Die Kritik am neuen Entgeltsystem für Psychiatrie reißt derweil nicht ab. Einige Fach­verbände, darunter die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), haben heute einen gemeinsamen Standpunkt veröffentlicht und gefordert, von den diagnosebezogenen und mit Verweil­dauer assoziierten Tagessätzen abzurücken.

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Nach dem Katalog der pauschalierenden Entgelte in der Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) verringern sich die Entgelte bei zunehmender Behandlungsdauer zum Teil deutlich: Je länger der Patient bleibt, desto weniger Geld erhält die Psychiatrie. „Eine solche Degression spiegelt keinesfalls die Versorgungsrealität wider. Individuelle Schwankungen des Behandlungsverlaufes werden nicht abgebildet“, kritisierte Iris Hauth, President Elect DGPPN.

Außerdem setze die neue Abrechnungssystematik falsche Anreize, Patienten unabhängig von der Schwere ihrer Erkrankungen rasch zu entlassen. „Vor allem für schwer kranke Patienten wird sich die Versorgung verschlechtern, auch weil die verfügbaren Alternativen zur stationären Versorgung nicht ausreichen“, warnte Hauth.

Der Vorschlag der involvierten Fachverbände: Es sollen tagesbezogene Entgeltstufen definiert werden. Dabei soll es nicht um die patientenindividuelle Abbildung von Einzelleistungen gehen, sondern um „sachgerechte differenzierte Aufwandspakete“, die diagnoseübergreifend nutzbar sind und relevante Aufwandsunterschiede tagesbezogen abbilden. /ank © ank/aerzteblatt.de

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