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MHH etabliert Neuge­borenen-Screening auf Immundefekte

Montag, 9. September 2013

Hannover – Künftig untersuchen Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) Neugeborene auch auf angeborene Immundefekte. „Angeborene Immundefekte werden heutzutage immer noch nicht oder viel zu spät diagnostiziert, so dass die kleinen Kinder, die betroffen sind, schon früh unerkannt sterben“, sagte Reinhold Schmidt, Direktor der Klinik für Immunologie und Rheumatologie und Sprecher des Jeffrey Modell Zentrums der MHH, die das Screening anbieten wird. Die Einführung eines entsprechenden Screenings in den USA habe bereits gezeigt, dass Immundefekte sehr häufig seien und diese Kinder mit frühzeitiger Stammzelltherapie gerettet werden könnten, betonte er.

Neugeborene erhalten von der Mutter eine Leihimmunität während der Schwangerschaft, daher wirken die Kinder bei Geburt zunächst gesund. Es kommt aber zu schwersten Infektionen, sobald diese Leihimmunität aufgebraucht ist, weil erkrankte Kinder kaum oder gar keine Krankheitserreger bekämpfen können. „Mit einem Screening müssten wir nicht warten, bis die Kinder schwer krank werden, um ihnen zu helfen. Ihnen und auch den Eltern könnte viel Leid erspart werden“, erklärte Ulrich Baumann, Geschäfts­führender Oberarzt in der Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie.

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Ende Juli 2013 trafen sich Vertreter der großen Immundefekt-Zentren weltweit, um das in den USA praktizierte neue Screening-Programm auch europaweit zu etablieren. Ein Pilotprojekt läuft bereits seit 2012 erfolgreich in Leipzig. Dort können Eltern ihre Neugeborenen kostenlos neben Stoffwechselstörungen auch auf angeborene Immundefekte untersuchen lassen.

Die Idee hinter dem Screening für Immundefekte ähnelt laut der MHH der beim regulären Neugeborenen-Screening auf Stoffwechseldefekte: Nur wenn betroffene Kinder rechtzeitig entdeckt würden, seien die Behandlungschancen oft gut, hieß es aus Hannover.

© hil/aerzteblatt.de

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