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Was sich im englischen Gesundheitswesen verändern muss

Dienstag, 10. September 2013

dpa

London – Das staatliche britische Gesundheitswesen (National Health Service, NHS) leidet an unklaren Zielvorgaben, einem Übermaß an Dokumentation und Bürokratie und sehr oft mangelnder Unterstützung für das Personal, dass die Patienten versorgt. Diese Defizite erdrücken das weit verbreitete Bedürfnis nach einer besseren Versorgung von NHS- Patienten, berichtet eine Arbeitsgruppe um Michael West von der Lancester University Management School im British Medical Journal Quality & Safety (doi 10.1136/bmjqs-2013-001947).

Das britische Gesundheitswesen steht seit geraumer Zeit in der Kritik. Einen Höhepunkt erreichte die Diskussion Ende Juni nach dem Skandal um ein Krankenhaus in Mid Stafford­shire, in dem möglicherweise Hunderte Patienten ohne Not sterben mussten.

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Die Arbeitsgruppe um West berichtet und diskutiert im BMJ jetzt die Ergebnisse eines zweijährigen Forschungsprogrammes zur Qualität der Versorgung. Unter anderem führten die Wissenschaftler rund 300 Interviews mit Patienten und Krankenhaus­mitarbeitern.

„Die Auswertung der Daten zeigt, dass es im NHS viele ‚bright spots‘ mit sehr guter Versorgung und Betreuung gibt“, so die Autoren. Aber auch die „dark spots“ mit schlechter Versorgung, gestresstem Personal und offensichtlichen strukturellen und kulturellen Defiziten existierten. Es sei sogar wahrscheinlich, dass es auch anderswo ähnliche Defizite gebe wie in Mid-Staffordshire, wenn auch vielleicht nicht in diesem Ausmaß, meinen die Wissenschaftler.

In der Zukunft sei wichtig, dass der NHS klare und einheitliche Ziele „from ward to Whitehall“ habe. Außerdem benötigten die Organisationen eine gute Datengrundlage um ihre Leistungen zu erfassen und zu verbessern. Dafür kämen zum Beispiel Patienten- und Mitarbeiterbefragungen infrage. Wichtig sei außerdem, dass die Organisationen sich darauf konzentrierten, eine Qualitätskultur auf- und auszubauen. Dafür sei es besonders wichtig, das Personal zu stärken. „Looking after patients requires looking after staff“, so West.

Trotz der Defizite im NHS sind die Autoren hoffnungsvoll. „Jedes Gesundheitssystem in der Welt kämpft mit Versorgungsproblemen. Aber der NHS ist auf einzigartige Weise geeignet, ihnen zu begegnen“, meint die Erstautorin der Studie, Mary Dixon-Woods.    hil

© hil/aerzteblatt.de

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