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Medizin

Neue Tests auf Malaria-Resistenz

Mittwoch, 11. September 2013

Phnom Penh – Mit zwei neuen Tests lassen sich Resistenzen von Plasmodium falciparum gegen Artemisinin erstmals im Labor nachweisen. Nach dem Bericht in Lancet Infectious Diseases (2013; doi: 10.1016/S1473-3099(13)70252-4) liefert ein Test bereits nach 72 Stunden ein Ergebnis, was für klinische Entscheidungen relevant ist. Ein zweiter Test dient in erster Linie wissenschaftlichen Zwecken.

Nachdem Erreger der Malaria tropica zuerst gegen Chinin und dann in vielen Regionen auch gegen Chloroquin und Mefloquin Resistenzen entwickelt haben, basiert die Therapie seit einigen Jahren auf Artemisinin. Das Medikament, das in China zur Mao-Ära entwickelt wurde, wird jedoch schon seit 35 Jahren in Kambodscha eingesetzt. Dort ist es in mehreren Provinzen zuletzt zu ersten Resistenzen gegen Artemisinin gekommen.

Der Nachweis einer Artemisinin-Resistenz war bisher recht umständlich. Da es keinen Labortest gab, mussten den Patienten nach Beginn der Therapie in regelmäßigen Abständen Blutproben entnommen werden, um dann die Zahl der Parasiten zu zählen. Ein langsamer Rückgang („slow clearing“) zeigte eine Resistenz an.

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Der neue Test, den Wissenschaftler des US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) entwickelt haben, erfordert nur eine einzelne Blutprobe, die vor Beginn der Therapie entnommen wird. Die Blutprobe wird im Labor mit Artemisinin exponiert, um später die Überlebensraten der Erreger zu bestimmen.

Das Ergebnis liegt bereits nach 72 Stunden vor, und wie Benoit Witkowski vom Institut Pasteur in Phnom Penh jetzt mitgeteilt hat, bestand eine gute Übereinstimmung mit den Ergebnissen früherer klinischer Testreihen, die einen mehrtätigen Klinikaufenthalt der Patienten erforderten und deshalb zum Screening der Malaria-Resistenz kaum geeignet waren.

Der zweite Test, der vor allem wissenschaftlichen Zwecken dienen soll, ist aufwendiger. Die Parasiten werden zunächst im Labor kultiviert, dann werden die Entwicklungsstufen mittels Chemikalien „synchronisiert“. Am Ende liegen nur noch „junge“ Ringformen vor, an denen die Resistenzentwicklung am besten untersucht werden kann.

Dieser Test soll vor allem für die Entschlüsselung der Artemisinin-Resistenz und die Entwicklung neuer Medikamente genutzt werden. Diese würden dringend benötigt, wenn sich die Artemisinin-resistenten Parasiten ausbreiten sollten. Dies wird von den meisten Experten befürchtet, da zuletzt auch in Thailand, Burma und Vietnam Artemisinin-resistente Erreger beobachtet wurden. © rme/aerzteblatt.de

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