NewsVermischtesErste Klinik für Frauen mit Genitalverstümmelung eröffnet
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Erste Klinik für Frauen mit Genitalverstümmelung eröffnet

Donnerstag, 12. September 2013

Berlin – Künftig können betroffene Frauen fachgerechte medizinische Hilfe bei Genital­verstümmelungen in Berlin erwarten. Im Stadtteil Zehlendorf wurde am Mittwoch die den Angaben zufolge europaweit erste Klinik eröffnet, die beschnittenen Frauen eine chirur­gische und psychologische Rundumbetreuung bietet. Anwesend war auch Bestseller­autorin und Ex-Model Waris Dirie („Wüstenblume“), die sich seit Jahren gegen die Genitalverstümmelungen engagiert. Ihre Stiftung arbeitet künftig mit dem Krankenhaus Waldfriede im „Desert Flower Center“ zusammen.

Chefarzt Roland Scherer bot Dirie die Kooperation an. „Unser Krankenhaus beschäftigt seit Jahren mit den Erkrankungen des Beckenbodens“, sagte Scherer am Mittwoch.

Anzeige

„In Deutschland gibt es nur fünf bis zehn solcher Fachabteilungen an Krankenhäusern.“ Der Beckenboden-Chirurg zählt zu den Experten auf diesem Gebiet. Am Donnerstag stehen bereits drei Eingriffe auf seinem OP-Plan. Weitere Anfragen seien im Krankenhaus bereits eingetroffen. Für die Zukunft rechnet Scherer mit 50 bis 100 Patientinnen pro Jahr.

Nach den meist mit Rasierklingen, Messern oder Glasscherben durchgeführten Eingriffen komme es oft zu chronischen Entzündungen im Genitalbereich, Inkontinenz und Fistelproblemen, weil Enddarm und Scheide durchstoßen wurden, berichtete Scherer. Schmerzen und Unfruchtbarkeit seien oft die Folge, zudem erhöhte Kindersterblichkeit, denn viele Babys blieben im durch Narben und Nähte verengten Geburtskanal stecken. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. Februar 2019
Genf – Rund 200 Millionen Frauen leben weltweit mit den Folgen einer Genitalverstümmelung. Der Eingriff ist verbreitet in etwa 30 Ländern in Teilen Afrikas, des Nahen Ostens und Asiens. Er gilt als
Genitalverstümmelung verletzt Menschenrechte von Mädchen und Frauen
4. Februar 2019
London – Ein Gericht hat zum ersten Mal in Großbritannien eine Verurteilung wegen weiblicher Genitalverstümmelung ausgesprochen. Eine 37-jährige Frau aus Uganda wurde am vergangenen Freitag schuldig
Britisches Gericht fällt erstmals Urteil wegen Genitalverstümmelung
29. Januar 2019
Kairo – Mit einer neuen Kampagne will Ägypten seinen Kampf gegen die Genitalverstümmelung von Frauen verstärken. Lanciert werden soll die landesweite Aktion am Internationalen Tag der Nulltoleranz
Ägypten verstärkt Bemühungen im Kampf gegen Genitalverstümmelung
11. Oktober 2018
München – Die SOS-Kinderdörfer warnen vor einer Ausbreitung der weiblichen Genitalverstümmelung. Trotz weltweiter Gegenmaßnahmen seien immer mehr Mädchen von dieser „grausamen Praxis“ betroffen,
SOS-Kinderdörfer: Immer mehr Mädchen droht Genitalverstümmelung
3. September 2018
Wiesbaden – Das Land Hessen fördert ein Präventions- und Schutzkonzept gegen weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM). Neben Fortbildung und Wissensvermittlung für die
Hessen fördert Projekt gegen weibliche Genitalverstümmelung
24. Juli 2018
Berlin – Mehr Mädchen und Frauen in Deutschland sind Opfer leiden nach Analysen der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes einer Genitalverstümmelung. Schätzungen zufolge leben in Deutschland
Mehr Frauen in Deutschland von Genitalverstümmelung betroffen
20. März 2018
Düsseldorf – Die mutmaßlich hohe Dunkelziffer bei Genitalverstümmelungen an jungen Mädchen hat die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen (NRW) alarmiert. Obwohl die Beschneidung weiblicher Genitalien
LNS
NEWSLETTER