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Erste Klinik für Frauen mit Genitalverstümmelung eröffnet

Donnerstag, 12. September 2013

Berlin – Künftig können betroffene Frauen fachgerechte medizinische Hilfe bei Genital­verstümmelungen in Berlin erwarten. Im Stadtteil Zehlendorf wurde am Mittwoch die den Angaben zufolge europaweit erste Klinik eröffnet, die beschnittenen Frauen eine chirur­gische und psychologische Rundumbetreuung bietet. Anwesend war auch Bestseller­autorin und Ex-Model Waris Dirie („Wüstenblume“), die sich seit Jahren gegen die Genitalverstümmelungen engagiert. Ihre Stiftung arbeitet künftig mit dem Krankenhaus Waldfriede im „Desert Flower Center“ zusammen.

Chefarzt Roland Scherer bot Dirie die Kooperation an. „Unser Krankenhaus beschäftigt seit Jahren mit den Erkrankungen des Beckenbodens“, sagte Scherer am Mittwoch.

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„In Deutschland gibt es nur fünf bis zehn solcher Fachabteilungen an Krankenhäusern.“ Der Beckenboden-Chirurg zählt zu den Experten auf diesem Gebiet. Am Donnerstag stehen bereits drei Eingriffe auf seinem OP-Plan. Weitere Anfragen seien im Krankenhaus bereits eingetroffen. Für die Zukunft rechnet Scherer mit 50 bis 100 Patientinnen pro Jahr.

Nach den meist mit Rasierklingen, Messern oder Glasscherben durchgeführten Eingriffen komme es oft zu chronischen Entzündungen im Genitalbereich, Inkontinenz und Fistelproblemen, weil Enddarm und Scheide durchstoßen wurden, berichtete Scherer. Schmerzen und Unfruchtbarkeit seien oft die Folge, zudem erhöhte Kindersterblichkeit, denn viele Babys blieben im durch Narben und Nähte verengten Geburtskanal stecken. © dpa/aerzteblatt.de

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