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Medizin

Impfstoff vertreibt Meningitis aus Saharastaat

Donnerstag, 12. September 2013

idpa

N'Djamena – Der vom Meningitis Vaccine Project, einer gemeinnützigen Stiftung, speziell für Afrika entwickelte Meningitis-Impfstoff MenAfriVac hat in Teilen des Tschad die Zahl der Meningitis-Erkrankungen um 94 Prozent gesenkt. Auch der Anteil der asympto­matischen Träger konnte laut einer Begleitstudie im Lancet (2013; doi: 10.1016/S0140-6736(13)61612-8) deutlich gesenkt werden.

Die Sahara und die südlich angrenzenden Länder wurden in den letzten hundert Jahren immer wieder von schweren Meningitis-Epidemien heimgesucht. In einem der schlimms­ten Ausbrüche kam es 1996/7 zu 250.000 Erkrankungen, darunter 25.000 Todesfällen. Er war Anlass für die Gründung des Meningitis Vaccine Project, dem es mit Unterstützung von westlichen Forschern und Geldern der Bill & Melinda Gates Foundation gelang, einen Impfstoff zu entwickeln. Er wird inzwischen von einer indischen Firma kostengünstig produziert und seit Ende 2010 in verschiedenen Ländern des Meningitis-Gürtels eingesetzt.

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Im Dezember 2011 konnten in drei Regionen des Tschad innerhalb von zehn Tagen 1,8 Millionen Personen im Alter von 1 bis 29 Jahren geimpft werden. Dort kam es in der folgenden Meningitis-Saison 2012 nur noch zu 57 Erkrankungen auf 2,3 Millionen Einwohner, während aus anderen Regionen des Landes 3,809 Erkrankungen auf 8,87 Millionen Einwohner gemeldet wurden.

Damit sank die Inzidenz von 43,6 auf 2,5 Erkrankungen pro 100.000, ein Rückgang um nicht weniger als 94 Prozent, wie Doumagoum Daugla vom Centre de Support en Santé International in N’Djamena und Mitarbeiter ausgerechnet haben. Die exzellente Schutzwirkung des Impfstoffs wird dadurch unterstrichen, dass unter den Erkrankten in keinem Fall der Serotyp A des Erregers nachgewiesen wurde, der von dem Impfstoff erfasst wird.

Für eine nachhaltige Wirkung spricht, dass auch ein Carrier-Status  weitgehend vermieden wird. Vor der Impfung waren die Erreger noch bei 32 von 4,278 Personen in einem Rachenabstrich nachgewiesen worden. Nach der Impfung fiel der Test nur noch bei einer von 5001 Personen positiv aus, was ein Rückgang um 98 Prozent ist.

Nach Auskunft des Meningitis Vaccine Project sind in den letzten Jahren bereits mehr als hundert Millionen Menschen in den betroffenen Ländern geimpft worden. Der Meningitis-Gürtel zieht sich von Gambia und dem Senegal im Westen bis nach Äthiopien und Eritrea im Osten. Im Süden reicht das breite Band von Ghana bis Kenia. In der Region leben insgesamt etwa 300 Millionen Menschen, © rme/aerzteblatt.de

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