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Geriater kritisieren zu viele Medikamente bei älteren Patienten

Freitag, 13. September 2013

Köln – Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hat davor gewarnt, dass ältere Patienten häufig zu viele und inadäquate Medikamente nehmen. Davon seien gerade hochbetagte Patienten betroffen, so die Fachgesellschaft.

„Fünf oder mehr Medikamente an jedem Tag einzunehmen ist im Alter keine Seltenheit“, sagte DDG-Mitglied Hans Jürgen Heppner. Die große Schwierigkeit bestehe darin, diese Multimedikation verträglich zu halten oder zu Gunsten der Gesundheit des Patienten zu reduzieren. Denn eine schwere Nebenwirkung von Multimedikation oder potenziell inadäquaten Medikamenten (PIM) seien Stürze. „Es gilt Stürze zu vermeiden und so die Sicherheit der Patienten zu erhöhen“ forderte Heppner.

Laut DGG haben sowohl die Einweisungen aufgrund von Stürzen älterer Patienten in den letzten Jahren zugenommen, als auch die Sturzraten im Krankenhaus selbst. Eine Möglichkeit die Sicherheit der älteren Patienten wieder zu erhöhen, ist die konsequente Reduzierung von inadäquaten Medikamenten (PIM).

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Eine aktuelle Studie zeigt der Fachgesellschaft zufolge, dass Stürze älterer Patienten im Krankenhaus mit den PIM Tetrazepam, Lorazepam und Zopiclon assoziiert sind. „Diese Assoziation bedeutet, dass man mit dem Einsatz dieser Wirkstoffe bei älteren Menschen vorsichtig sein sollte“, rät Wolfgang von Renteln-Kruse von der DGG.

Darüber hinaus verwies die Fachgesellschaft auf die Bedeutung des Themas für Haus­ärzte. „Multimorbidität ist hausärztlicher Alltag“, verwies Heppner. Krankheitsspezifische Leitlinien würden hier in der Regel nicht weiterhelfen, denn sie enthielten meist keine Empfehlungen zur Therapieanpassung bei älteren Patienten.

„Daher sollten Hausärzte die Verordnungen ihrer Patienten – auch wenn sie frisch aus dem Krankenhaus entlassen sind – kritisch überprüfen“, empfahl der Geriater. Patienten oder Angehörige sollten ihren Hausarzt zudem konkret zur Überprüfung ihrer Medikamentenliste auffordern. © hil/aerzteblatt.de

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