NewsVermischtesGeriater kritisieren zu viele Medikamente bei älteren Patienten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Geriater kritisieren zu viele Medikamente bei älteren Patienten

Freitag, 13. September 2013

Köln – Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hat davor gewarnt, dass ältere Patienten häufig zu viele und inadäquate Medikamente nehmen. Davon seien gerade hochbetagte Patienten betroffen, so die Fachgesellschaft.

„Fünf oder mehr Medikamente an jedem Tag einzunehmen ist im Alter keine Seltenheit“, sagte DDG-Mitglied Hans Jürgen Heppner. Die große Schwierigkeit bestehe darin, diese Multimedikation verträglich zu halten oder zu Gunsten der Gesundheit des Patienten zu reduzieren. Denn eine schwere Nebenwirkung von Multimedikation oder potenziell inadäquaten Medikamenten (PIM) seien Stürze. „Es gilt Stürze zu vermeiden und so die Sicherheit der Patienten zu erhöhen“ forderte Heppner.

Laut DGG haben sowohl die Einweisungen aufgrund von Stürzen älterer Patienten in den letzten Jahren zugenommen, als auch die Sturzraten im Krankenhaus selbst. Eine Möglichkeit die Sicherheit der älteren Patienten wieder zu erhöhen, ist die konsequente Reduzierung von inadäquaten Medikamenten (PIM).

Anzeige

Eine aktuelle Studie zeigt der Fachgesellschaft zufolge, dass Stürze älterer Patienten im Krankenhaus mit den PIM Tetrazepam, Lorazepam und Zopiclon assoziiert sind. „Diese Assoziation bedeutet, dass man mit dem Einsatz dieser Wirkstoffe bei älteren Menschen vorsichtig sein sollte“, rät Wolfgang von Renteln-Kruse von der DGG.

Darüber hinaus verwies die Fachgesellschaft auf die Bedeutung des Themas für Haus­ärzte. „Multimorbidität ist hausärztlicher Alltag“, verwies Heppner. Krankheitsspezifische Leitlinien würden hier in der Regel nicht weiterhelfen, denn sie enthielten meist keine Empfehlungen zur Therapieanpassung bei älteren Patienten.

„Daher sollten Hausärzte die Verordnungen ihrer Patienten – auch wenn sie frisch aus dem Krankenhaus entlassen sind – kritisch überprüfen“, empfahl der Geriater. Patienten oder Angehörige sollten ihren Hausarzt zudem konkret zur Überprüfung ihrer Medikamentenliste auffordern. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

18. Juli 2018
Potsdam – Das Brandenburger Ge­sund­heits­mi­nis­terium hat Fehler und Versäumnisse im Umgang mit einem Pharmahändler eingeräumt, der möglicherweise gestohlene und gefälschte Krebsmedikamente vertrieben
Ge­sund­heits­mi­nis­terium Brandenburg räumt Fehler im Umgang mit Pharmahändler ein
17. Juli 2018
Potsdam – Nach dem bekannt gewordenen Verdacht des Handels mit mutmaßlich gestohlenen Arzneimitteln gegen einen Brandenburger Pharmahändler hat das Ge­sund­heits­mi­nis­terium des Landes Akteneinsicht bei
Brandenburg will Akteneinsicht nach Handel mit mutmaßlich gestohlenen Medikamenten
16. Juli 2018
London – Das Radiotherapeutikum Xofigo (Radium-223-dichlorid), das zur Behandlung von Prostatakarzinomen mit symptomatischen Knochenmetastasen zugelassen ist, sollte künftig nur noch bei Patienten
Prostatakarzinom: EMA empfiehlt weitere Einschränkungen bei Xofigo
16. Juli 2018
Potsdam – Ein Brandenburger Arzneimittelgroßhändler steht in Verdacht, mutmaßlich gestohlene Medikamente vertrieben zu haben. Sie seien nach Deutschland über eine griechische Apotheke geliefert
Pharmahändler soll mutmaßlich gestohlene Medikamente vertrieben haben
13. Juli 2018
Bonn – Nach dem Rückruf von bestimmten Blutdrucksenkern mit dem Wirkstoff Valsartan empfehlen die Behörden eine Umstellung auf unbedenkliche Arzneimittel. Betroffene sollten mit ihrem Arzt oder
Rückruf von verunreinigten Blutdrucksenkern nahezu abgeschlossen
12. Juli 2018
Silver Spring/Maryland – Die US-Arzneibehörde FDA hat die Sicherheitsinformationen zu den seit 3 Jahrzehnten zugelassenen Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone erneut aktualisiert. In den
Fluorchinolone: FDA warnt vor mentalen Störungen und hypoglykämischem Koma
10. Juli 2018
Essen – Der Medizinskandal um mutmaßlich gepanschte Krebsmedikamente in einer Apotheke in Bottrop wird die Justiz auch nach dem Urteil weiter beschäftigen. Die Verteidiger des 48-jährigen Apothekers

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER