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Ausland

Ärzte warnen vor dem Zusammenbruch des Gesundheitssystems in Syrien

Montag, 16. September 2013

dpa

New York – Die Vereinten Nationen und internationale Geldgeber müssen das syrische Gesundheitswesen stärker unterstützen. „Das betrifft Regierungs- und Oppositions­gebiete, wo seit dem Beginn des Konfliktes medizinisches Personal sein Leben riskiert hat, um wenigstens die lebenswichtige Versorgung in einer extrem feindlichen Umgebung zu leisten“, heißt es in einem offenen Brief im der Zeitschrift The Lancet.

Formuliert haben ihn Ärzte aus der ganzen Welt einschließlich der USA, Russlands, Indiens und der Türkei, unter ihnen einige Nobelpreisträger und ein früherer General­direktor der Welt­gesund­heits­organi­sation (doi:10.1016/S0140-6736(13)61938-8).

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Die Mediziner rufen darin die die syrische Regierung und alle bewaffneten syrischen Parteien auf, Angriffe auf Krankenhäuser, medizinische Einrichtungen, Behandler und Patienten zu unterlassen. Außerdem müsse jedem Patienten der Zugang zu medizi­nischer Behandlung erlaubt werden. Regierungen, die Parteien in diesem Bürgerkrieg unterstützen, sollten dies ebenfalls mit Nachdruck einfordern.

Die Autoren warnen in dem Brief vor einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Sie seien entsetzt über das Ausmaß der Notlage in Syrien und bezeichnen sie als „wohl eine der schwersten humanitären Krisen weltweit seit dem Ende des Kalten Krieges“. Gezielte und systematische Angriffe auf medizinische Einrichtungen und Personal seien erschütternd und ein „skrupelloser Verrat am Prinzip der medizinischen Neutralität“.

Mehr als die Hälfte der Syrischen Krankenhäuser seien zerstört oder schwer beschädigt und Tausende Mitarbeiter des Gesundheitssystems entweder inhaftiert oder ins Ausland vertrieben. Große Teile Syriens seien vollständig ohne medizinische Versorgung. Durch Mangel an Medikamenten sei es bereits zu einem Ausbruch an kutaner Leishmaniose gekommen und der Anstieg von Durchfallerkrankungen sei alarmierend.

Auch die Regelversorgung von Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Krebs, Diabetes, arterieller Hypertonie oder Herzerkrankungen sei nicht mehr gewährleistet. Verletzungen blieben unversorgt, Geburten erfolgten ohne medizinische Unterstützung und Kinder wie Erwachsene müssten lebensrettende Operationen ohne Narkose durchstehen, so die Autoren.

„Als Ärzte und Mediziner fordern wir dringend, dass die Kollegen in Syrien die Erlaubnis bekommen und Unterstützung dabei erfahren, Patienten zu behandeln, Leben zu retten und Leiden zu lindern ohne Angst vor Angriffen oder Repressionen“ so der dringenden Aufruf der Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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