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Medizin

Vogelgrippevirus Influenza A H7N9 potenziell zwischen Menschen übertragbar

Montag, 16. September 2013

Rotterdam – Das im März dieses Jahres erstmals bei Menschen aufgetretene Vogel­grippevirus H7N9 könnte eventuell zwischen Menschen übertragbar sein und somit die Gefahr einer Pandemie in sich bergen. Niederländische Wissenschaftler um Thijs Kuiken am Department of Viroscience at Erasmus University Medical Center in Rotterdam berichten über ihre Erkenntnisse zu Virulenz und Übertragungspotential von H7N9 in The American Journal of Pathology (http://dx.doi.org/10.1016/j.ajpath.2013.06.011)

Im März dieses Jahres sind erste Fälle von Infektionen mit Influenza A H7N9 beim Menschen aufgetreten. Am 30. Mai wurden in China und Taiwan 132 infizierte Patienten und 32 Tote durch das Virus bestätigt. Das Auftreten des Virus führte in China zu Massenschlachtungen von Geflügel. Nach Informationen der WHO gibt es bisher keinen Beleg für eine anhaltende Übertragung zwischen Menschen, obgleich diese in Einzellfällen nicht ausgeschlossen werden könne.

Die Arbeitsgruppe untersuchte nun das Übertragungspotential und die Virulenz von Influenza A H7N9. Die Forscher berichten, dass die Fähigkeit der Viren, an Zellen des oberen Respirationstraktes anzudocken mit dem Übertragungspotential positiv korreliert. Ein verstärktes Andocken des Virus an Alveolarzellen der Bronchiolen spräche für eine hohe Virulenz des Erregers.

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Die Forscher verwendeten für ihre Studie genetisch modifzierten Viren, welche die Hämagglutinin-Proteine des H7N9 Virus aufwiesen. Sie untersuchten die Anheftung des Virus an formalinfixiertem Gewebe des menschlichen Respirationstraktes. Sie verglichen das Bindungsmuster von H7N9 mit gut übertragbaren aber niedrig virulenten Influenza­viren (H3N2 und H1N1) und schlecht übertragbaren aber hochvirulenten Vogelgrippe­viren (H5N1 und H7N7).

H7N9 band in den Versuchen bevorzugt an Zellen des unteren Respirationstraktes und war somit mit anderen Vogelgrippeviren vergleichbar. Im Gegensatz zu H5N1 und H7N7 band das neue Vogelgrippevirus an ein breiteres Spektrum von Zellen des Respirationstraktes, was für die hohe Virulenz spricht. Ein besonderes Charakteristikum von H7N9 war die verstärkte Bindung an Zellen der Nasen-, Tracheal- und Bronchialschleimhaut. Dieses Bindungsmuster könnte nach Meinung der Wissenschaftler für ein Übertragungspotential zwischen Menschen sprechen.

Wegen der bisher geringen Verbreitung von H7N9 vermuten die Wissenschaftler, dass dem Virus noch entscheidene Merkmale für eine effektive Übertragung zwischen Menschen fehlen. Weiterhin betonte der Leiter der Arbeitsgruppe Kuiken, dass der weitere Replikationsweg und die Immunantwort des Wirtes berücksichtigt werden müssen, um die Gefahren durch das Virus abschätzen zu können. © hil/aerzteblatt.de

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