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Aufruf zum Grippeschutz

Dienstag, 17. September 2013

dpa

Berlin/Köln – Das Robert Koch-Institut (RKI), das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben gemeinsam dazu aufgerufen, der neuen Grippewelle vorzubeugen. Hintergrund des Appells ist der jetzt veröffentlichte RKI-Bericht zur Influenzasaison 2012/2013.

Demnach gab es in der Grippewelle 2012/2013 geschätzte 7,7 Millionen influenza­bedingte Arztbesuche, nur 2004/2005 war diese Zahl höher. Die Zahl der Krank­schreibungen erreichte mit geschätzten 3,4 Millionen Personen (zwischen 15 bis 59 Jahre) den höchsten Wert in den letzten zehn Jahren. Dies sei ein Hinweis auf die ungewöhnlich starke Betroffenheit dieser Altersgruppe in der vergangenen Saison.

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Die Grippewelle dauerte auch länger als in vielen anderen Jahren, insgesamt 19 Wochen. „Das erinnert daran, wie unterschiedlich Grippewellen verlaufen können und dass der Verlauf nicht vorhersagbar ist“, sagte RKI-Präsident Reinhard Burger. Die Schutzmöglichkeiten durch Impfung und Hygiene sollten deshalb immer genutzt werden.

Der beste Zeitraum für die Impfung gegen Grippe ist laut RKI Oktober und November. Eine Impfung könne aber auch später nachgeholt werden, selbst zu Beginn und im Verlauf der Grippewelle. Allerdings steige dann das Risiko, dass man sich infizieren könnte, bevor der Impfschutz aufgebaut ist.

Bis Anfang September hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) das Stammanpassungs­verfahren – für die Zusammensetzung gemäß der WHO-Empfehlungen – für mehr als zehn verschiedene Influenza-Impfstoffe genehmigt. „Die Chargenfreigabe durch das PEI verläuft reibungslos, bislang wurde sie bereits für mehr als 10 Millionen Dosen Influenza-Impfstoff erteilt und läuft kontinuierlich weiter“, erläuterte PEI-Präsident Klaus Cichutek.

Dem Institut zufolge steht neben den inaktivierten saisonalen Impfstoffen in dieser Saison für Kinder ab zwei Jahren und Jugendliche bis 18 Jahre ein abgeschwächter Lebend­impfstoff zur Verfügung, der als Nasenspray verabreicht wird. Für ältere Personen über 65 Jahre ist ein inaktivierter adjuvantierter Impfstoff verfügbar. Für Menschen mit einer Hühnereiweißallergie werde es zudem einen Impfstoff geben, der in Zellkulturen und nicht in Bruteiern hergestellt wird. Schließlich steht in dieser Saison auch ein Impfstoff mit einer zusätzlichen B-Komponente zur Verfügung.

Um auf die Grippeschutzimpfung aufmerksam zu machen, haben BZgA und RKI Anfang September in Kooperation mit der Bundes­ärzte­kammer und der Deutschen Kranken­hausgesellschaft impfenden Ärzten und Krankenhäusern Informationsmaterial zur Grippeimpfung für Schwangere, Ältere, chronisch Kranke und medizinisches Personal zur Verfügung gestellt. Die Broschüre „Grippeimpfung. Sicherheit und Wirksamkeit der saisonalen Influenzaimpfung“ soll zudem Mitarbeiter in Gesundheitsberufen noch besser in die Lage versetzen, Patienten gut zu informieren und zu beraten.

In Kooperation mit der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände werden darüber hinaus Apotheken über das unentgeltlich bei der BZgA bestellbare Informationsmaterial zur Grippeschutzimpfung informiert. „Um Bürger bei ihrer Entscheidung zu unterstützen und sie zur Grippeschutzimpfung zu motivieren, bietet wir ausführliche Informationen und interaktive Angebote wie Impf-Checks im Internet an“, teilte BZgA-Direktorin Elisabeth Pott mit. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #15898
ludewig
am Mittwoch, 18. September 2013, 08:15

Schöne heile Schreibtischtäterwelt

Als Hausarzt sträubt sich mir bei solchen Hochglanzaufrufen das Gefieder. Der Nutzen einer Grippeimmunisierung ist sicher unumstritten! Nur sind wir Niedergelassenen abhängig von der Impfstoffzuteilung durch die bestehenden Rabattverträge der GKV. Bis dato ist in Nordthüringen kein Impfstoff zu bekommen und in einem wie immer freundlich formulierten Drohbrief der AOK Plus wird stringent auf die Impfzeitempfehlung des RKI (Monat Oktober und November) verwiesen. Außerhalb dieser Zeiten könnte es mit der Erstattung der Impfkosten schwierig werden. Wie soll ich die ca 500 bis 600 Impfdosen der vergangenen Jahre in maximal 2 Monaten bei vollen Praxisbetrieb in der beginnenen Infektjahreszeit verimpfen? Hie müssen die Verantwortlichen noch die Zauberimpfung erfinden! Auch sollte das RKI bei wissenschaftlichen Empfehlungen zum Impfzeitpunkt darauf achten, dass andere Mitspieler davon "Richtliniene" ableiten. Da hilft auch nicht ein schönes Hochglanzplakat in meiner Praxis. Die immer weitere Reglementierung, Gängelung und das Vorschreiben medizinischer Handlungen bis hin zum festlegen des Medikamens ist die neue Pest im Gesundheitswesen! Ich wünsche allen Patienten, die leider in der Impfzeit einen Infekt hatten, oder anderweitig nicht die Praxis aufsuchen konnten einen gesunden Winter und unseren praxisfernen Spitzenfunktionären fröhliches Schulterklopfen!
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