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Medizin

Deepwater Horizon: Reinigungsarbeiter mit erhöhten Leberenzymen

Mittwoch, 18. September 2013

dpa

Houston – Die Arbeiter, die nach der Explosion der Plattform Deepwater Horizon die Strände am Golf von Mexiko reinigten, haben möglicherweise gesundheitliche Schäden davongetragen. Eine Studie im American Journal of Medicine (2013; doi: 10.1016/j.amjmed.2013.05.014) dokumentiert neben Blutbildveränderungen auch einen Anstieg der Leberenzyme.

Die an die Strände gespülten Schweröle enthalten toxische Para-Phenole und flüchtige Benzole, aber auch die eingesetzten Dispergatoren wie Corexit, die den Abbau der Öle beschleunigen sollen, gelten als gesundheitsschädlich, weshalb sie in einigen Ländern wie Großbritannien verboten sind. Im Golf von Mexiko wurden sie jedoch anfangs in größerer Menge versprüht.

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Am stärksten exponiert wurden die Reinigungsarbeiter, die im Auftrag des Betreibers in den Monaten nach der Katastrophe die Strände von der Ölpest befreien sollten. Mark d'Andrea von den University Cancer and Diagnostic Centers in Houston und Mitarbeiter haben Laborwerte von 117 Arbeitern, die mehr als drei Monate an den Reinigungsarbeiten beteiligt waren, mit 130 nicht-exponierten Personen verglichen.

Sie fanden leicht verminderte Thrombozytenwerte (252.000 versus 270.000/mm3) sowie einen Abfall von Blut-Harnstoff-Stickstoff und Creatinin, während die Hämoglobinwerte und der Hämatokrit angestiegen waren. Am meisten beunruhigte sie ein Anstieg der Leberenzyme: Die Werte von ALP (76,3 vs. 61,2 IU/l), AST (31,0 vs. 22,8 IU/l) und ALT (34,8 vs. 29,8 IU/l) waren erhöht, weshalb d'Andrea neben hämato- auch hepatologische Schäden durch die Exposition vermutet.

Viele Reinigungsarbeiter klagten über Symptome. Am häufigsten waren Kopfschmerzen, gefolgt von Kurzatmigkeit, Hautausschlägen, Husten, Schwindelgefühlen, Abgeschla­genheit, Gelenkbeschwerden, Nachtschweiß und Brustschmerzen. Obwohl ihnen keine Daten zum früheren Gesundheitszustand zur Verfügung standen, vermuten die Autoren, dass die Symptome auf die Exposition bei den Reinigungsarbeiten zurückzuführen sind. Die Beschwerden seien ausgeprägter als sie nach früheren Ölunfällen beschrieben worden seien. © rme/aerzteblatt.de

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