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Medizin

Basaliom: Neues Mikroskop beschleunigt Operation nach Mohs

Mittwoch, 18. September 2013

Nottingham – Mit der Operation nach Mohs kann die Exzision eines Basalioms auf das notwendige Maß begrenzt werden. Der Zeitaufwand ist jedoch enorm. Er könnte mit einem neuen Verfahren begrenzt werden, das britische Forscher in den Proceedings of the National Academy of Sciences (2013; 110: 15189-15194) vorstellen.

Basaliome wachsen infiltrativ. Die feinen Ausläufer des Tumors sind makroskopisch nicht zu erkennen, so dass der Tumor mit einem großen Sicherheitsabstand entfernt wird. Dies ist bei der häufigen Lage im Gesichtsbereich nicht möglich. Als Lösung hat der US-Chirurg Frederic Mohs in den 30er Jahren ein Operationsverfahren entwickelt, bei dem die Umgebung des Tumors scheibchenweise entfernt und noch während der Operation untersucht wird. Da die konventionelle Histologie jeweils ein bis zwei Stunden beansprucht, kann sich die Operation über viele Stunden hinziehen.

Ioan Notingher und Mitarbeiter von der Universität Birmingham schlagen jetzt ein Verfahren vor, das den Zeitaufwand für die Beurteilung der Gewebeschnitte auf wenige Minuten begrenzen könnte. Es kombiniert die Auto-Fluoreszenz mit der Raman-Streuungsmikroskopie. Die Auto-Fluoreszenz nutzt die Fähigkeit bestimmter Gewebe­bestandteile, bei der Anregung mit kurzwelligem Licht von sich aus zu leuchten. Tumorzellen werden erkannt (hohe Sensitivität), die Unterscheidung von normalem Gewebe fällt aber schwer (geringe Spezifität).

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Die Untersuchung der Raman-Streuung – sie misst beim Durchtritt durch das Gewebe die sogenannte unelastische Lichtstreuung, die für jedes Molekül spezifisch ist – kann besser zwischen Tumorzellen und gesundem Gewebe unterscheiden. Sie muss aber für jeden Punkt des Präparats wiederholt werden, was die Befunde verlangsamt. Notingher und Mitarbeiter vermieden diesen Nachteil, indem sie beide Verfahren kombinierten.

Die „multimodale spektrale Histopathologie“ lieferte in der Studie nach 20 bis 60 Minuten ein Ergebnis. Das Verfahren könnte nach Ansicht der Autoren auch bei anderen Operationen wie der Brustkrebschirurgie angewendet werden, bei denen heute ebenfalls eine gewebesparende Exzision des Tumors angestrebt wird. © rme/aerzteblatt.de

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