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Gematik: Erprobung der Telematik­infrastruktur soll in einem Jahr beginnen

Freitag, 20. September 2013

Berlin – „In ungefähr einem Jahr wollen wir das weiße Band der Bundes-IT-Autobahn durchschneiden. In einem Jahr wollen wir mit Echtdaten aus Arztpraxen und Kranken­häusern in die Erprobung gehen.“ Das sagte der Geschäftsführer der gematik, Arno Elmer, gestern auf dem 19. Anbietermeeting der Kassenärztlichen Bundes­vereinigung (KBV) in Berlin. Der „Point of no Return“ sei dabei längst überschritten. Bei der Einführung der Tele­ma­tik­infra­struk­tur gehe es nicht um die Vernetzung einzelner Sektoren, sondern um die Vernetzung des gesamten Gesundheitswesens, so Elmer.

Die Tele­ma­tik­infra­struk­tur ist die Datenautobahn, über die künftig die Patientendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zu den unterschiedlichen Akteuren im System gelangen sollen. Der Rollout sei mittlerweile flächendeckend erfolgt, erklärte Elmer. Als nächster Schritt sollen in Testregionen zunächst der Versicherten­stammdatendienst (VSDD) und die qualifizierte elektronische Signatur (QES) erprobt werden, später das Notfalldatenmanagement und die Arznei­mittel­therapie­sicherheit.

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Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der KBV hatte im März dieses Jahres gefordert, dass das Versichertenstammdatenmanagement, also das Aktualisieren der Versicherten­stammdaten, in der Praxis für Ärzte und Psychotherapeuten freiwillig erfolgen müsse. Stattdessen müssten die Krankenkassen die Daten selbst aktualisieren. Zudem sollten zeitnah medizinische Mehrwerte für die Ärzte geschaffen werden.

Darauf wies der Dezernent der KBV für IT, Telematik und Telemedizin, Bernd Greve, hin. Nach einem Jahr, also im Mai 2014, will die KBV dem VV-Beschluss zufolge prüfen, ob die Forderungen erfüllt worden sind. Die gematik fördere nun verstärkt Mehrwerte für Ärzte wie die QES, befand Greve. Insofern habe der Beschluss der VV bereits etwas bewirkt. Greve stellte klar, dass die Tele­ma­tik­infra­struk­tur so attraktiv sein müsse, dass Ärzte sie von sich aus nutzen wollten und nicht hineingezwungen werden müssten. 

Er betonte, dass die KBV der Tele­ma­tik­infra­struk­tur vertraue. Deshalb sei es das Ziel, dass die Ärzte in Zukunft die Dienste der KBV über die Tele­ma­tik­infra­struk­tur nutzen könnten, sobald das Netz stabil laufe. Voraussichtlich im vierten Quartal 2014 werde die Anbindung des KV-SafeNets an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur in den Testregionen erprobt werden; die Erprobung der QES komme dann im dritten Quartal 2015 dazu.

Der Leiter der Unterabteilung Haushalt, Recht und Telematik des Bundesministeriums für Gesundheit, Matthias von Schwanenflügel, begrüßte die Forderungen der KBV nach Mehrwertanwendungen für Ärzte. „Es kann ja nicht sein, dass wir bei den Versichertenstammdaten stehenbleiben“, so von Schwanenflügel. Denn wenn es zu keinem Mehrwert komme, könne man sich die ganze Chose sparen. 

Greve kündigte darüber hinaus an, dass das KV-WebNet aus Sicherheitsgründen eingestellt werden soll. „Wir wollen heraus aus dem Internet und hinein in ein geschütztes Netz, um weniger angreifbar zu sein“, so Greve. Während das KV-WebNet wegfalle, solle das KV-SafeNet, die Anbindungsmöglichkeit an das sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen, daher gestärkt werden. Bislang seien etwa 25.000 Ärzte an das KV-SafeNet angebunden, vor allem Ärzte in den KVen Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Westfalen. © fos/aerzteblatt.de

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