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Politik

Qualitätsreport 2012 – präzise Daten zur stationären Versorgung

Freitag, 20. September 2013

dpa

Berlin – Angaben zur Behandlungs- und Ergebnisqualität von rund einem Viertel aller stationären Krankenhausfälle liegen dem Qualitätsreport 2012 zugrunde, dessen Veröffentlichung der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) am 19. September beschlossen hat. Insgesamt wurden im Erfassungsjahr in 1.658 Krankenhäusern mehr als vier Millionen Datensätze zu 464 Qualitätsindikatoren erhoben. Das gesetzlich verpflichtende Verfahren umfasst 30 verschiedene Leistungsbereiche, die der G-BA festlegt.

Der Qualitätsreport 2012 zeige die große Leistungsfähigkeit und ein hohes Qualitäts­niveau der deutschen Krankenhäuser, sagte Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im G-BA, bei der Vorstellung des Qualitätsreports: „Im Vergleich mit den Ergebnissen des Vorjahres weisen 57 Indikatoren auf eine Verbesserung der Versorgung hin. Erfreulicherweise hat sich insbesondere die Zahl der nosokomialen Infektionen bei Neugeborenen verringert.“ Bei ihnen seien zudem weniger Fälle von Sepsis zu verzeichnen gewesen, Hörtests seien häufiger durchgeführt worden.

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Für das Jahr 2012 wurden unter anderem die Ergebnisse der Versorgung in Geburtshilfe und Neonatologie, bei Transplantationen, Hüft- und Knietotalendoprothesen sowie kathetergestützten Eingriffen an Herzkranzgefäßen und Herzklappen untersucht. Erstmals ist im vorliegenden Report ein Kapitel zu Infektionen im zeitlichen Zusammenhang mit einer stationären oder ambulanten Behandlung (nosokomiale Infektionen) enthalten.

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) bewertet die Ergebnisse des Qualitätsreports 2012 positiv. Im Vergleich zum Vorjahr gebe es qualitative Verbesserungen in 15 der 30 untersuchten Leistungsbereiche. Von 464 Qualitäts­indikatoren hätten sich 56 verbessert, 379 seien auf konstant gutem Niveau geblieben.

Klakow-Franck wies allerdings auch darauf hin, dass sich die Ergebnisse zu 21 Indikatoren im Vorjahresvergleich rechnerisch auffällig verschlechtert hätten. „Ob und welche qualitativen Mängel damit verbunden sind, wird im strukturierten Dialog mit den einzelnen Krankenhäusern aufgeklärt werden“, betonte die Vorsitzende des Unterausschusses Qualitätssicherung im G-BA. Mit auffälligen Krankenhäusern würden als ein fester Bestandteil des Verfahrens im Rahmen des sogenannten strukturierten Dialogs beispielsweise konkrete Zielvereinbarungen zur Behebung qualitativer Mängel geschlossen.

Mit dem für 2012 vorliegenden Qualitätsreport ist die Risikoadjustierung der Indikatoren verbessert worden, um eine Vergleichbarkeit der Behandlungs- und Ergebnisqualität ermöglichen zu können. Dies müsse weiter vorangetrieben werden, sagte Klakow-Franck, allein schon angesichts der Möglichkeit, dass die Qualitätsdaten in Zukunft einmal vergütungsrelevant werden.

Der Hauptgeschäftsführer der DKG, Georg Baum, wandte sich bei der Vorstellung des Qualitätsberichts gegen solche Überlegungen. Zuzulassen, dass eine Krankenkasse im Einzelfall weniger zahlt, weil die Qualität einer Klinik im Vergleich zu anderen schlechter ist, hielte er „für moralisch, ethisch und versorgungspolitisch für höchst angreifbar“.

Erstellt wird der Qualitätsreport durch das Göttinger Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH (AQUA-Institut/Institution nach § 137a SGB V), das im Auftrag des G-BA die kommentierten Ergebnisse von 14 Bundesfachgruppen zusammenfasst. Diese werden von Expertinnen und Experten gebildet, die die Verfahren der externen stationären Qualitätssicherung beratend begleiten. © Rie/TG/aerzteblatt.de

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