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Medizin

Wie Propofol im Gehirn wirkt

Montag, 23. September 2013

London – Propofol ist nicht nur das weltweit am häufigsten genutzte intravenöse Anäs­thetikum, seine Wirkungsweise wird im Vergleich zu anderen Narkosemitteln gut verstanden. Ein Forscherteam beschreibt jetzt in Nature Chemical Biology (2013; doi: 10.1038/nCHeMBIO.1340), wo das Mittel an seinen Rezeptor bindet.

Propofol bindet im Gehirn an den GABA-A-Rezeptor, der an einen Chloridkanal gekoppelt ist. Propofol öffnet den Kanal und es kommt zu einer Hyperpolarisation und damit zu einem kurzfristigen Ausfall der Nervenzelle. Die Bedeutung des GABA-A-Rezeptor für die Propofolwirkung steht für Nick Franks vom Imperial College London außer Zweifel, da eine einzelne Punktmutation in der Beta-3-Einheit des Rezeptors in Knock-Out-Mäusen die Wirkung von Propofol aufhebt. In der Nähe dieser Stelle hat Franks jetzt zusammen mit Kollegen der Washington University in St. Louis/Missouri jetzt die Bindungsstelle für Propofol entdeckt.

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Die flüchtige Bindung von Propofol am Rezeptor, der die Anästhesisten die gute Steuerbarbeit verdanken, hat laut Franks die Aufklärung des Wirkungsmechanismus erschwert. Mehrere Jahre suchten die Forscher nach einer Chemikalie, die wie Propofol agiert, aber länger mit dem Rezeptor verbunden bleibt.

Von der genauen Kenntnis der Bindungsstelle erhoffen sich die Forscher Anregungen für die Weiterentwicklung des Medikamentes, das aufgrund seiner hohen Plasmaeiweißbindung nur langsam aus dem Körper eliminiert wird. Auch einigen Nebenwirkungen, etwa den Blutdruckabfall könne man jetzt vielleicht auf den Grund gehen.

© rme/aerzteblatt.de

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