NewsMedizinJunge Griechen leiden häufiger unter psychischen Gesundheitsproblemen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Junge Griechen leiden häufiger unter psychischen Gesundheitsproblemen

Mittwoch, 25. September 2013

dpa

Linköping – Griechische Studenten haben häufiger Gesundheitsprobleme als schwe­dische Studenten, insbesondere leiden sie unter einer schlechteren psychischen Gesundheit. Das berichtet eine Forschergruppe um Tomas Faresjö von der Linköping Universität Schweden in Plos One. Die Wissenschaftler meinen, dass ihre Studie Hinweise auf die möglichen medizinischen Folgen der Finanzkrise in Griechenland gibt (http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0073828).

Bereits im März 2013 berichteten Forscher in einer Sonderausgabe von The Lancet über die gesundheitlichen Folgen der Finanzkrise und den Anstieg der Infektions-, Suizid- und Depressionsraten in Europa. Besonders betroffen waren Länder mit strikten Sparprogrammen wie Griechenland.

Anzeige

Studenten der Universität Athen und Studenten der Linköping Universität wurden von den Wissenschaftlern mit Hilfe eines Fragebogens zu ihrem Gesundheitsstatus befragt . Sie erhielten zusätzlich eine Bestimmung ihres Langzeitcortisolspiegels durch eine Haarwurzelanalyse.

42 Prozent der Athener Studenten berichteten über schwere Lebensereignisse gegenüber 24 Prozent bei den schwedischen Studenten. Mit 47 Prozent waren die griechischen Studenten auch doppelt so häufig von Stress betroffen wie die Schweden (21 Prozent). Besonders auffällig war laut den Forschern, dass etwa ein Viertel der Griechen keine Hoffnung für die Zukunft hatte, während dies nur bei jedem zwanzigsten schwedischen Studenten der Fall war.

Die Ergebnisse der Cortisolbestimmung zeigten zunächst ein widersprüchliches Ergebnis. Die griechischen Studenten hatten einen signifikant niedrigeren Cortisolspiegel (p<0.0001). Die Wissenschaftler vermuten, dass die niedrigen Corstisolspiegel für eine langfristige Stressexposition sprechen könnten.

Kurzfristige Stressexpositonen gehen mit einem erhöhten Cortisolspiegel einher, während möglicherweise bei dauerhaftem Stress die Anpassungsreaktion zum Erliegen komme und die Spiegel abfallen. Dies ist allerdings bisher nur eine fragliche Erklärungshypothese der schwedischen Wissenschaftler. 

Die Forscher betrachten die Ergebnisse als ein Warnsignal für die langfristige Gesundheit der Griechen. Die biologischen Anpassungsreaktionen und gesundheitlichen Folgen der Griechenlandkrise möchten die Wissenschaftler in weiteren Studien untersuchen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER