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Medizin

Gonarthrose: Diät und Sport senken Entzündungsparameter

Mittwoch, 25. September 2013

pa/sfl

Winston-Salem – Schon eine Gewichtsreduktion um 10 Kilo kann die Belastung des Kniegelenks beim Gehen um 200 Newton senken. Eine Reduktionsdiät mit Sport hatte in der randomisierten klinischen „Intensive Diet and Exercise for Arthritis“ oder IDEA-Studie eine signifikante Besserung eines Entzündungsparameters und eine klinische Besserung der Teilnehmer mit vorgeschädigten Kniegelenken zur Folge, wie aus der Publikation im US-amerikanischen Ärzteblatt JAMA (2013; doi:10.l001/jama.2013.277669) hervorgeht.

Übergewicht und Adipositas sind die wichtigste Risikofaktoren für eine Arthrose im Knie­gelenk. Der Grund liegt in der chronischen Überlastung, die im Stehen noch relativ niedrig ist, wo sich „nur“ die Gravitationskräfte der zusätzlichen Pfunde auf die beiden Kniegelenke verteilen. Beim Gehen kommen durch das Schreiten ausgelöste zusätzliche Impulse hinzu, die die Kompressionskräfte deutlich steigern.

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Das Team um Stephen Messier von der Wake Forest University in Winston-Salem/North Carolina ermittelte für die im Durchschnitt 93 kg schweren Teilnehmer zu Studienbeginn eine Kompressionskraft am Knie von mehr als 2.600 Newton, wobei ein Newton der Gravitationskraft von einem Kilogramm entspricht. Die Knie müssen also das Mehrfache des Körpergewichts aushalten.

Am Ende der 18-monatigen IDEA-Studie, in der die Teilnehmer etwa 10 Kilo abspecken sollten, verminderte sich die Kompressionskraft auf das Knie um etwa 200 Newton. Die Intervention bestand in einem Studien-Arm in einer Reduktionsdiät mit einem Energie­defizit von 800 bis 1.000 Kilokalorien am Tag.

In einer zweiten Gruppe wurde die Diät mit drei Stunden Sport pro Woche kombiniert. Der dritte Studienarm nahm nur am Sportprogramm, aber nicht an der Diät teil. Hier kam es erwartungsgemäß nur zu einer geringen Reduktion des Körpergewichts um 1,8 kg gegenüber 8,9 Kilogramm im Diätarm und 10,6 Kilogramm unter der kombinierten Intervention mit Diät plus Sport.

Die Kompressionskräfte wurden in der Studie mit einer speziellen Plattform gemessen und mit dem Bewegungsablauf in Beziehung gesetzt. Sie sind somit das Ergebnis komplexer Berechnungen, was erklären mag, warum die Reduktion der Kompressions­kräfte im Diätarm (minus 200 Newton) stärker ausfielen als im „Diät plus Sport“-Arm der Studie (minus 144 Newton), obwohl der Sport die Gewichtsreduktion verstärkt hatte.

Die Teilnehmer litten zu Beginn der Studie bereits an einer leichten Gonarthrose mit einem Kellgren and Lawrence Score von 2 bis 3. Unter diesen Voraussetzungen erzielte die Gewichtsreduktion eine leichte Reduktion des Entzündungsparameters Interleukin 6. Dabei muss laut Messier jedoch offen bleiben, ob die Abnahme auf eine verminderte Entzündung in den Gelenken zurückzuführen ist oder auf die Besserung des Metabo­lischen Syndroms (oder auf beide Faktoren).

Da die Gelenkdestruktionen bei der Arthrose irreversibel sind, ist eine morphologische Erholung des Gelenkes nicht zu erwarten. In den klinischen Parametern gab es dennoch Zeichen für eine Erholung: Die Patienten hatten am Ende der Studie weniger Schmerzen im Knie, sie konnten das Gelenk besser bewegen, schneller gehen, was sich in der Quintessenz in einer besseren Lebensqualität ausdrückte.

Das Fazit der Studie lautet deshalb, dass adipöse Patienten durchaus einen Vorteil aus einer Gewichtsreduktion erzielen können - sofern die Gelenke noch nicht zu stark zerstört sind. © rme/aerzteblatt.de

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