NewsHochschulenUniklinik Marburg: Siemens beantragt Abbau der Partikel­therapie-Anlage
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Uniklinik Marburg: Siemens beantragt Abbau der Partikel­therapie-Anlage

Mittwoch, 25. September 2013

Wiesbaden/Marburg – Der Technikkonzern Siemens beantragt  nach Angaben des hessischen Wissenschaftsministeriums den Abbau der Partikeltherapie-Anlage des Universitätsklinikums Gießen und Marburg. Ursprünglich sollten schon ab Herbst 2011 Krebspatienten mit Protonen und Kohlenstoffionen behandelt werden.

Der Antrag sei am Dienstag vorab per E-Mail beim zuständigen Umweltministerium vorgelegt worden, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Ein Sprecher von Siemens bestätigte das. Das Unternehmen hat die millionenteure Anlage gebaut.

Die Rhön-Klinikum AG als Betreiberin des privatisierten Uniklinikums Gießen-Marburg hatte sich verpflichtet, die Therapie bis Ende 2012 einzurichten. Die Frist wurde dann bis Ende 2013 verlängert. Ein Rhön-Sprecher teilte mit, man sei weiterhin optimistisch, dass die Gespräche zur Inbetriebnahme „erfolgreich abgeschlossen werden können“.

Anzeige

Bis zum endgültigen Bescheid über den Antrag, was voraussichtlich sechs Monate dauern werde, soll die Anlage in einem „technischen Erhaltungsbetrieb“ bleiben, berichtete das Wissenschaftsministerium weiter. „Das heißt, an der Anlage wird bis dahin überhaupt nichts verändert. Sie kann somit jederzeit innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder in Betrieb genommen werden“, teilte ein Sprecher mit. Zuständig sei während dieser Phase weiterhin Siemens. Das Unternehmen hatte bereits vor einigen Wochen den Mietvertrag für das Gebäude zum 30. September gekündigt.

Unabhängig von dem Antrag liefen die Gespräche über ein Betriebskonzept für die Partikeltherapie weiter, hieß es. Ein Rhön-Sprecher erklärte, man sei zuversichtlich, dass offene Fragen rasch geklärt und „die bereits fortgeschrittenen Gespräche zur Bildung einer gemeinsamen Betriebsgesellschaft für die Anlage zwischen dem Universitäts­klinikum Heidelberg und der Rhön-Klinikum AG weiter vorangetrieben werden können“. An der Uni Heidelberg wird die Technik schon seit längerem auch für Patienten genutzt.

Siemens hatte 2011 den Ausstieg aus dem Marburger Projekt beschlossen und die Anlage von Rhön zurückgekauft. Rhön hatte angezweifelt, dass die Partikeltherapie aufgrund der Patientenzahlen wirtschaftlich ist. Bis heute ist in dem Marburger Therapiezentrum kein Patient behandelt worden. Die aktuelle Opposition im hessischen Landtag hegte stets große Zweifel, dass die Anlage bis zum Jahresende in Betrieb gehen kann. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

9. Juli 2020
Bad Neustadt/Hamburg – Der Übernahmekampf um den Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum AG ist beendet. Die Hamburger Asklepios GmbH und Co. KGaA – bisher schon Minderheitsaktionärin bei Rhön – kaufte
Übernahme von Rhön-Klinikum durch Asklepios abgeschlossen
23. Juni 2020
Bad Neustadt – Der Chef von Rhön-Klinikum nimmt kurz vor der Übernahme durch den Klinikkonzern Asklepios seinen Hut. Stephan Holzinger habe sein Vorstandsmandat und seine weiteren Ämter mit sofortiger
Rhön-Klinikum-Chef Holzinger räumt den Posten
12. Juni 2020
Bad Neustadt − Der erbittert geführte Übernahmestreit um den fränkischen Krankenhausbetreiber Rhön Klinikum AG könnte nun auch Vorstandschef Stephan Holzinger den Job kosten. Holzinger stehe mit
Rhön-Klinikum verhandelt über Trennung von Vorstandschef
8. Juni 2020
Frankfurt am Main – Viele Ärzte am Universitätsklinikum Gießen und Marburg befürchten, dass sich ihre Arbeitsbedingungen verschlechtern, wenn der Klinikkonzern Asklepios die Rhön-Klinikum AG
Rhön-Übernahme: Ärzte befürchten Verschlechterung der Arbeitsbedingungen
3. Juni 2020
Bad Neustadt an der Saale – Der Pharma- und Medizinbedarfanbieter B.Braun ist auf einer Außerordentlichen Haupt­ver­samm­lung der Rhön-Klinikum AG mit seinem Widerstand gegen die geplante Übernahme von
B.Braun kann Rhön-Übernahme durch Asklepios nicht verhindern
26. Mai 2020
Bonn − Das Bundeskartellamt hat keine Einwände gegen die Übernahme des Krankenhausbetreibers Rhön Klinikum durch die Hamburger Asklepios-Gruppe. „Bei der überwiegenden Mehrheit der
Asklepios und Rhön: Bundeskartellamt genehmigt Krankenhausübernahme
18. Mai 2020
Bad Neustadt/Saale – Der Streit zwischen den Großaktionären um die Übernahme des Krankenhausbetreibers Rhön-Klinikum geht weiter. Zudem wackelt wegen der Coronakrise die Dividende, die ein wichtiger
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER