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Medizin

FDA präzisiert Mortalitätsrisiko unter Tigecyclin

Montag, 30. September 2013

Rockville –  Die US-Arzneibehörde FDA hat noch einmal bekräftigt, dass das intravenöse Antibiotikum Tigecyclin, das zur Behandlung komplizierter Haut- und Weichteilinfektionen zugelassen ist, nur angewendet werden sollte, wenn es keine andere Wahl gibt. Grund ist das im Vergleich zu anderen Antibiotika erhöhte Sterberisiko.

Die FDA hatte bereits 2011 auf die Problematik hingewiesen. Damals hatte eine Meta-Analyse aus 13 Phase III- oder IV-Studien ergeben, dass das Sterberisiko unter Tigecyclin mit 4,0 Prozent (150 von 3788 Patienten) höher war als bei Anwendung anderer Antibiotika 3,0 Prozent (110 von 3646 Patienten).

In einer adjustierten Analyse wurde die absolute Risikodifferenz mit 0,6 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,1-1,2 Prozent) angegeben. Am höchsten war das Risiko damals bei der Behandlung der beatmungsassoziierten Pneumonie (VAP) gewesen, für die Tigecyclin niemals zugelassen war.

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Seither wurden zehn klinische Studien veröffentlicht, in denen Tigecyclin ausschließlich in den zugelassenen Indikationen komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen, komplizierte intraabdominelle Infektionen und ambulant erworbene Pneumonie (hier keine Zulassung in Deutschland) eingesetzt wurde.

Erneut wurde ein Anstieg der Sterblichkeit festgestellt. Die Mortalität betrug unter Tigecyclin 2,5 Prozent (66 von 2640 Patienten) gegenüber 1,8 Prozent (48 von 2628 Patienten) unter anderen Antibiotika. Die absolute Risikodifferenz beträgt allerdings weiterhin 0,6 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,0-1,2 Prozent). Die Todesfälle waren im Allgemeinen durch eine Verschlechterung der Infektionen, durch Komplika­tionen der Infektionen oder durch eine Grunderkrankung bedingt.

Die FDA hat ihren umrahmten Warnhinweis entsprechend angepasst. In Deutschland hatte Pfizer im März 2011 in einem Rote-Hand-Brief betont, dass Tigecyclin nur in den zugelassenen Indikationen und dann nur eingesetzt werden sollte, wenn bekannt sei oder vermutet werde, dass andere Antibiotika nicht geeignet sind. Tigecyclin ist der erste Vertreter aus der Klasse der Glycylcycline, die sich von den Tetrazyklinen ableitet. Sie verfügen über ein sehr breites Wirkungsspektrum, das auch multiresistente Stämme wie MRSA, MSSA, VRE und „extended spectrum“-Betalactamase umfasst. © rme/aerzteblatt.de

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