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Medizin

Melanom: Langzeitüberleben unter Ipilimumab möglich

Montag, 30. September 2013

dpa

Boston – Der vor zwei Jahren eingeführte CTLA-4-Blocker Ipilimumab, der eine „Bremse“ von körpereigenen Abwehrzellen löst, scheint einigen Patienten mit vormals nicht heilbarem malignem Melanom erstmals die Perspektive eines Langzeitüberlebens zu bieten. Dies zeigen neue Zahlen, die auf dem European Cancer Congress in Amsterdam vorgestellt wurden.

Ipilimumab wurde 2011 als erster Wirkstoff seit mehr als einem Jahrzehnt eingeführt, der beim Melanom die Überlebenszeit verlängern kann. Die meisten Patienten gewinnen nur wenige Monate. Nach den jetzt von Stephen Hodi vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston vorgelegten Zahlen beträgt die mediane Überlebenszeit 11,4 Monate, wenn der Analyse die Daten von 1.861 Patienten aus prospektiven und retrospektiven Studien zugrunde gelegt wurden.

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Wurden weitere 2.985 Patienten einbezogen, die nicht an klinischen Studien teilnahmen, sank die mediane Überlebenszeit auf 9,5 Monate, wobei es in der Medizin nicht untypisch ist, dass die Ergebnisse klinischer Studien im klinischen Alltag nicht erreicht werden.

Der Median ist der Mittelwert, das heißt, dass zu diesem Zeitpunkt noch die Hälfte der Patienten lebte. Nach drei Jahren waren es noch 22 Prozent (Studienteilnehmer) beziehungsweise 21 Prozent (Gesamtzahl) der Patienten. Bemerkenswert ist nun, dass sich auf der Überlebenskurve nach etwa drei Jahren ein Plateau abzeichnete. Nach diesem Zeitpunkt kam es kaum noch zu weiteren Todesfällen.

Die Nachbeobachtungszeit erstreckt sich mittlerweile über bis zu 9,9 Jahre. Auch unter früheren Therapien hat es vereinzelt Langzeitüberlebende gegeben, es handelte sich jedoch um Einzelfälle. Mit Ipilimumab könnte etwa ein Fünftel der Patienten das Melanom langfristig überleben.

Erstaunlich war, dass das Langzeitüberleben unabhängig von der Dosis (3 oder 10 mg/kg)  und der Vorbehandlung war oder davon, ob das Medikament nur vorübergehend oder dauerhaft gegeben wurde. Zu bedenken ist, dass Ipilimumab selbst den Tumor nicht angreift, es verstärkt lediglich die körpereigene Immunabwehr, das durch die Therapie mit Ipilimumab offenbar einen wichtigen Anstoß erhält und dann die Tumorzellen ohne weitere fremde Hilfe eliminiert.

Einschränkend fügt Hodi hinzu, dass die Analyse streng genommen nicht einer randomisierten Studie entspringt. Da allerdings weder unter Placebo noch unter den früheren Therapien Langzeitüberlebende im nennenswertem Umfang beobachtet wurden, dürfte kaum Zweifel daran bestehen, dass der Erfolg Ipilimumab zuzuschreiben ist. © rme/aerzteblatt.de

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