Medizin

Darmkrebs: Junge Patienten mit höherem Sterberisiko

Dienstag, 1. Oktober 2013

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Aurora – Darmkrebspatienten werden immer jünger. Viele Patienten sind heute unter 50 Jahre alt, nicht wenige unter 40 Jahre, und häufig wird der Tumor dann in einem metas­tasierten Stadium diagnostiziert. Eine auf dem European Cancer Congress in Amsterdam vorgestellte Studie zeigt nun, dass auch Therapieergebnisse bei Darmkrebs in jüngerem Alter häufig ungünstiger sind als bei älteren Patienten.

Die französische Stiftung “Aide et Recherche en Cancérologie Digestive” (ARCAD) verfügt über eine der weltweit größten Datenbanken über klinische Studien zur Behandlung des fortgeschrittenen Kolorektalkarzinoms. An 24 Phase-III-Studien hatten 20.034 Patienten teilgenommen, von denen 695 oder 3 Prozent jünger als 40 Jahre waren.

Darmkrebserkrankungen in diesem Alter waren früher ungewöhnlich, berichtet Christopher Lieu von der Universität von Colorado in Aurora, der die Daten ausgewertet hat. Der Altersgipfel des Tumors liege auch heute bei 69 Jahren. Schon ein Alter unter 50 Jahren war früher ungewöhnlich. Seit 1992 nehme die Zahl der Darmkrebs­erkrankungen im Alter unter 50 Jahren jährlich um (relativ) 1,5 Prozent zu.

In der Altersgruppe der 20 bis 29-Jährigen sei es sogar zu einem jährlichen Anstieg um 5,2 Prozent bei den Männern und um 5,6 Prozent bei den Frauen gekommen. In der Altersgruppe der 30 bis 39-Jährigen betrug das Plus 3 Prozent bei Männern und 2 Prozent bei Frauen.

Die Gründe für den Anstieg sind nicht bekannt. Laut Lieu entfallen nur 5 bis 7 Prozent der Tumore auf hereditäre Tumoren. Neben unbekannten genetischen Faktoren dürften deshalb auch Umweltfaktoren (im weitesten Sinn, also einschließlich Ernährung, Übergewicht und Rauchen) eine Rolle spielen.

Im Vergleich zu älteren hatten die jüngsten Darmkrebspatienten die schlechtesten Therapieergebnisse. Die Sterberate in der Nachbeobachtungszeit (gewöhnlich 1 Jahr) war um 30 Prozent erhöht, und es kam zu 28 Prozent häufiger zu einer Tumorprogression, berichtet Lieu.

Der Grund für das schlechtere Ansprechen der Therapie sei nicht bekannt und umso überraschender, da die jüngeren Patienten in der Regel in einem besseren Allgemein­zustand sind als die älteren. Die besten Therapieergebnisse erzielten nach den von Lieu vorgestellten Daten die Patienten im Alter zwischen 57 und 61 Jahren. Im hohen Alter verschlechtern sich dann Gesamtüberleben und progressionsfreies Überleben wieder.

© rme/aerzteblatt.de

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