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Ärzteschaft

Fernsehtipp heute: „Ein Landarzt in Niederbayern“

Dienstag, 1. Oktober 2013

Berlin –  Auf ihren Hausarzt lassen Patienten nichts kommen. Auf einen wie Michael Rosenberger schon gar nicht: Zwischen Schafkopfrunden im Wirtshaus wird schnell mal eine verletzte Hand untersucht und verbunden, mit dem vom Schlaganfall gezeichneten alten Raucher  vor seinem Haus entgegen der eigenen Gewohnheit ein Zigarillo geraucht, in der Praxis einer Mutter erklärt, warum Akupunktur kein Hokuspokus ist und ihrem Kind vielleicht helfen könnte. Und immer wieder rast der Allgemeinmediziner aus dem Niederbayerischen als Notarzt los ­­– egal ob die Praxis voll ist oder das Fest gerade so schön.

Harald Rumpf hat den Landarzt aus Breitenberg im Dreiländereck Tschechien-Österreich-Deutschland für seinen Film „Sommer Winter Sommer“ rund zwei Jahre lang begleitet und aus dem Material ein stimmungsvolles Porträt gemacht, das zudem mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen glänzt. Im Sommer lief sein Film bereits in bayerischen Kinos, heute zeigt ihn das bayerische Fernsehen.

Rosenberger ist Teil der Dorfgemeinschaft, und er ist es offensichtlich gern. Tanzabend, Schafkopfrunden, Zug der Heiligen Drei Könige durch die Gemeinde – er ist bei allem dabei. In seiner Praxis, aber auch bei den regelmäßigen Hausbesuchen, die der Film ausführlich zeigt, versorgt er die ganze Gegend. In einer Szene sieht er übers Tal und erzählt, dass er eigentlich zu jedem Haus und seinen Bewohnern etwas sagen kann. Abstand verschafft ihm der Sport: Zwischendurch sieht man ihn joggen oder Rennrad fahren.

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SommerWinterSommer - ein Landarzt in Niederbayern from Harald Rumpf on Vimeo.

Rumpf zeigt Rosenberger als einen Arzt, der medizinisch auf der Höhe ist und mit seinen Patienten über das spricht, was sein muss. Er verschont sie, die oft abgearbeitet und alt sind, aber mit plattem gesundheitserzieherischem Druck. Die Leute in „Sommer Winter Sommer“ wissen es ja selbst, dass sie zu dick sind, nicht genug auf ihren Diabetes achten oder psychische Probleme haben wie die Frau, die sich immer und immer wieder schneidet und deren Wunden er immer und immer wieder näht. Als der Hausarzt nach einer Fußoperation mit einem 45-jährigen übergewichtigen Patienten über dessen Risikofaktoren spricht und was man machen kann, sagt der knapp. „Naja, FDH halt – friss die Hälfte.“

Filmemacher Rumpf konzentriert sich auf seinen Arzt und dessen Patienten. Kommen­tare zu Honorar- oder Gesundheitspolitik sind rar, was ausgesprochen angenehm ist. Praxisteam und Familie, offenbar auch bei Rosenberger wichtige Stütze eines Unermüdlichen, spielen allerdings eine zu kleine Rolle. Und auch wenn ein Porträt kein Imagefilm angesichts des Ärztemangels in ländlichen Regionen zu sein braucht: Am Ende hätte man gern gehört, ob und wie Rosenberger sich irgendwann die kollegiale Unterstützung oder Nachfolge in seiner Praxis vorstellen könnte. 

„Sommer Winter Sommer – ein Landarzt in Niederbayern“ wird heute um 22.45 Uhr im bayerischen Fernsehen gesendet. Der Film ist auch auf DVD erhältlich. © Rie/aerzteblatt.de

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