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Medizin

Radiofrequenz­ablation kann Barrett-Ösophagus langfristig beseitigen

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Chapel Hill – Die Radiofrequenzablation verspricht eine schonende Beseitigung von Läsionen des Barrett-Ösophagus. Es bestehen jedoch Zweifel an der Zuverlässigkeit und Dauerhaftigkeit, die jetzt in einer Meta-Analyse in Clinical Gastroenterology and Hepatology (2013; 11: 1245–1255) – wenigstens teilweise – ausgeräumt werden.

Die Radiofrequenzablation hat sich in den letzten Jahren in vielen Kliniken durchgesetzt, da sie eine Operation vermeiden kann und aufgrund der geringen Eindringtiefe relativ komplikationsarm ist. Die Therapie wurde, wie häufig bei Medizinprodukten, ohne vorberei­tende klinische Zulassungsstudien eingeführt, so dass anfangs Zweifel an seiner medizinischen Qualität bestanden. Inzwischen gibt es eine Reihe von Studien, deren Ergebnisse Eric Orman und Nicholas Shaheen vom Center for Esophageal Diseases and Swallowing an der North Carolina School of Medicine in Chapel Hill in einer Meta-Analyse zusammengefasst haben.

Darunter waren 18 Studien mit 3.802 Patienten, in denen die Effektivität der Radiofre­quenzablation untersucht wurde. Bei 78 Prozent der Patienten (95-Prozent-Konfidenz­intervall 70 bis 86 Prozent) konnte die intestinale Metaplasie, die den Barrett-Ösophagus definiert, beseitigt werden. Eine komplette Eradikation von Schleimhautdysplasien gelang sogar in 91 Prozent (87 bis 95 Prozent). Die häufigste Komplikation der Behandlung sind Strikturen des Ösophagus, die in den Studien bei 5 Prozent der Patienten auftreten und ein Grund für eine Strenge Indikationsstellung sein sollten.

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Auch wenn nach der Radiofrequenzablation keine Läsion mehr erkennbar sind, gibt es gute Gründe die Patienten regelmäßig nachzubeobachten. In sechs Studien, die 540 Patienten im Mittel über 13 bis 51 Monate nachbeobachteten, kam es bei 13 Prozent der Patienten zu einem Rezidiv der intestinalen Metaplasie nach einer zunächst erfolgreichen Radiofrequenzablation. Roos Pouw und Jacques Bergman vom Academisch Medisch Centrum in Amsterdam weisen im Editorial darauf hin, dass die meisten Studien in ausgewiesenen Zentren durchgeführt werden.

Der Erfolg der Therapie hängt ihrer Ansicht nach stark von der Erfahrung der endos­kopisch tätigen Ärzte ab. Die Therapie sollte deshalb nur an Zentren durchgeführt werden, finden die Editorialisten. Die American Gastroenterological Association, die die Radiofrequenzablation in ihrer aktuellen Leitlinie zu den bevorzugten Therapien zählt, erhofft sich weitere Erkenntnisse zur Sicherheit und den Langzeitergebnissen von dem „RFA Registry“, das in den USA landesweit die Erfahrungen mit der Therapie sammelt. © rme/aerzteblatt.de

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