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Menschen mit Schizophrenie leiden unter sozialer Ausgrenzung

Freitag, 4. Oktober 2013

Bad Hofgastein – Arbeitslosigkeit, eine schlechte finanzielle Lage und Diskriminierung bei gesundheitlichen und sozialen Leistungen zählen zu den wichtigsten Faktoren, die zur sozialen Ausgrenzung von Menschen mit Schizophrenie beitragen. Das sind die Ergebnisse einer neuen Studie, die auf dem European Health Forum Gastein (EHFG) vorgestellt wurde. An der Befragung nahmen bisher 500 Menschen mit Schizophrenie aus 40 Ländern sowie deren Interessensvertreter und Therapeuten teil.

„Teil ihrer Gemeinschaft zu sein, ist für viele der Befragten besonders wichtig, doch kann Schizophrenie häufig eine Hürde auf dem Weg zu dieser Inklusion sein“, fasste Kevin Jones, Generalsekretär der European Federation of Associations of Families of People with Mental Illness (EUFAMI), die Ergebnisse der neuen Studie zusammen. So gaben 64 Prozent der Menschen mit Schizophrenie an, dass die Erkrankung sie aus der Gemeinschaft ausgrenzt.

„Das ist sehr bedeutsam, wenn man berücksichtigt, dass 62 Prozent der Betroffenen eine Teilnahme an der Gesellschaft wichtig finden“, so Jones. Arbeitslosigkeit und finanzielle Probleme sind nach Ansicht von 59 Prozent der Befragten dabei die größten Hürden, die Menschen mit Schizophrenie daran hindern, an der Gesellschaft teilzuhaben.

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Unzureichende berufliche Ausbildung wurde von einem Drittel der Befragten als wesentliche Hürde angegeben. 64 Prozent der Befragten glauben, dass sich Schizophrenie negativ auf die Möglichkeit auswirkt zu arbeiten, Geld zu verdienen oder Karriere zu machen.

Gleichzeitig gaben 47 Prozent der Befragten an, von ihrer Regierung keine Hilfe bei der Suche nach einem geförderten Arbeitsplatz zu finden, bei 51 Prozent galt das auch für Weiterbildungen. Dieser Mangel an öffentlicher Unterstützung sei angesichts des wichtigen und vielfältigen Einflusses der Schizophrenie auf die Gesellschaft kurzsichtig, kritisierten Experten auf dem EHFG.

Ein wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit der sozialen Inklusion von Menschen mit Schizophrenie ist der Studie zufolge zudem die Diskriminierung bei medizinischen und sozialen Angeboten. 14 Prozent der Befragten mit Schizophrenie, 17 Prozent der Interessensvertreter und 20 Prozent der Therapeuten sind der Meinung, dass eine Reduzierung der Diskriminierung bei medizinischen und sozialen Leistungen eine Maßnahme von Regierungen oder staatlichen Organisationen wäre, die Menschen mit Schizophrenie am meisten bei der sozialen Inklusion helfen würde. „Die Botschaft ist sehr klar“, sagte Kevin Jones. „Regierungen müssen mehr für die Beseitigung der Diskriminierung tun.“ © hil/aerzteblatt.de

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