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Politik

Nutzenbewertungen der Gliptine: Studienlage oft lückenhaft

Montag, 7. Oktober 2013

Berlin – Der unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA), Josef Hecken, hat Kritik an der Nutzenbewertung der Gliptine zurückgewiesen. „Aus ökonomischer Sicht verstehe ich, dass der pharmazeutische Unternehmer gerne eine bessere Bewertung für Vildagliptin bekommen hätte […]. Die Studienlage zu Vildagliptin war derart lückenhaft, dass eine bessere Bewertung unter Evidenzgesichtspunkten nicht vertretbar war“, sagte Hecken insbesondere an die Adresse des Arzneimittelherstellers Novartis gewandt.

Der G-BA hatte Anfang Oktober einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen bei Sitagliptin und Saxagliptin gesehen. Vildagliptin attestierte der Bundesauschuss dagegen keinen Zusatznutzen. Alle genannten Präparate sind für die Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 zugelassen. Novartis nannte die Entscheidung zu den oralen Antidiabetika Galvus®/Eucreas® (Vildagliptin/Kombination von Vildagliptin/Metformin) „nicht nachzu­vollziehen“. Der G-BA habe die Chance zur Korrektur einer fehlerhaften Empfehlung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen nicht genutzt.

„Andere Unternehmen haben bewiesen, dass bessere Studien möglich sind. Deshalb konnte für die Gliptine dieser Firmen auch jeweils ein Zusatznutzen konstatiert werden“, so Hecken. Die Bewertungsergebnisse seien also sehr differenziert und zeigten, dass der G-BA durchaus einen Mehrnutzen einzelner Gliptine anerkenne, wenn allerdings auch nur in einem geringen Ausmaß.

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„Vor diesem Hintergrund ist es abwegig und irreführend, zu behaupten, dass Diabetiker in Deutschland durch die Entscheidung des G-BA schlechter gestellt würden! Gliptine können auch weiterhin zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden“, betonte der G-BA-Vorsitzende.

Allerdings fehlten auch für die anderen Glitpine wichtige Langzeitdaten zu patienten­relevanten Endpunkten wie Schlaganfall- und Herzinfarkt-Häufigkeit sowie zur Sicherheit. Daher habe der G-BA seine positiven Beschlüsse auf zwei Jahre befristet, so Hecken.     © hil/aerzteblatt.de

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