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Medizin

Weniger Lärm im OP senkt die Komplikationsrate

Dienstag, 8. Oktober 2013

dpa

Hannover – Die Auswirkungen von Lärm im Operationssaal auf die Arbeitsfähigkeit von Operateuren und die Möglichkeit, den Lärmpegel zu senken, haben Kinderchirurgen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) untersucht. Ergebnis: „Wir konnten die Lautstärke um die Hälfte verringern. Die Chirurgen fühlten sich in dem ruhigeren Arbeitsumfeld wohler und konnten konzentrierter arbeiten. Darüber hinaus kam es bei den Patienten der Stichprobe zu deutlich weniger postoperativen Komplikationen“, sagt Carsten Engelmann, Oberarzt in der MHH-Klinik für Kinderchirurgie und Leiter der Studie.

Im Operationssaal gibt es zahlreiche Lärmquellen: Chirurgen, Anästhesisten, OP-Schwes­tern, Gastärzte und Medizinstudierende unterhalten sich, medizinische Geräte produzieren Geräusche, aus dem Radio kommt Musik, Pieper und Handys klingeln. „Der durchschnittliche Lärmpegel im OP liegt bei 63 Dezibel“, erklärt Engelmann. Das sei etwa so laut wie ein Motor-Rasenmäher in zehn Metern Entfernung.

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Grundlage der Studie waren mehr als 150 operative Eingriffe bei Kindern und Jugendlichen, die länger als 20 Minuten dauerten. „Zunächst ermittelten wir den Status Quo im Operationssaal. Dann schauten wir uns an, welche Ergebnisse ein systematisches Geräuschsenkungsprogramm bringt“, erklärt Benno Ure, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie.

Dieses Programm bestand einerseits aus technischen Maßnahmen, andererseits aus verbindlichen Verhaltensregeln für das Personal. Dies senkte den Lärmpegel um die Hälfte auf 60 Dezibel. Nach eigenen Angaben sind die Chirurgen in leiserer Umgebung entspannter und können konzentrierter arbeiten. Überrascht hat die Untersucher, dass dies offenbar direkte Auswirkungen auf die Patienten hat: „Die Komplikationsrate hat sich um die Hälfte reduziert. Es gab beispielsweise weniger Nachblutungen, Infektionen und Nahtinsuffizienzen“, so Engelmann. © hil/aerzteblatt.de

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