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Medizin

Brustkrebs: Sentinel-Biopsie liefert nach neoadjuvanter Chemotherapie nicht immer sichere Ergebnisse

Dienstag, 8. Oktober 2013

Houston – Eine neoadjuvante Chemotherapie kann manchmal vor der Operation die Metastasen in den axillären Lymphknoten komplett beseitigen. Eine Sentinel-Biopsie lieferte in einer Kohortenstudie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2013; doi: 10.l001/jama.2013.278932) jedoch keine sicheren Informationen über den axillären Lymphknotenstatus, so dass offen bleibt, bei welchen Patientinnen auf eine Lymphadenektomie verzichtet werden kann.

Beim Brustkrebs ohne erkennbare Lymphknoten (Stadium cN0) ist die Biopsie von Sentinellymphknoten heute Standard. Finden sich in diesen Wächterknoten keine Tumorzellen, wird auf eine axilläre Lymphknotendissektion verzichtet. Bei Patientinnen mit positivem Lymphknotennachweis ist die Operation dagegen immer Standard.

Ein Ziel der neoadjuvanten Chemotherapie besteht darin, die Lymphknoten vor der Operation von Tumorzellen zu befreien, damit auch diesen Patientinnen die schmerz­hafte Ausräumung der axillären Lymphknoten erspart bleiben kann, die häufig zu postoperativen Lymphödemen führt. Als mögliches Entscheidungskriterium bietet sich die Sentinel-Biopsie an.

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Das Team um Kelly Hunt vom MD Anderson Cancer Center in Houston hat deshalb in einer Studie untersucht, ob die Sentinel-Biopsie verlässliche Informationen über den Lymphknotenstatus liefert. An der Studie beteiligten sich 663 Patientinnen mit einem Mammakarzinom im Stadium cN1, bei denen nach einer neoadjuvanten Chemotherapie bei der Operation auch eine axilläre Lymphknotendissektion durchgeführt wurde.

Zu Beginn der Operation führten die Chirurgen auch eine Sentinel-Biopsie durch. Gefordert wurden mindestens zwei Sentinel-Lymphknoten. Sie wurden bei 525 Frauen gefunden. Wie Hunt jetzt auf der Jahrestagung der American College of Surgeons in Washington berichtet, waren darunter auch 39 Patientinnen, deren axilläre Lymphknoten vom Krebs befallen waren, obwohl die Sentinel-Lymphknoten tumorfrei waren.

Die Rate falschnegativer Befunde betrug 12,6 Prozent und lag über dem gesetzten Ziel von 10 Prozent. Diese Zielmarke war gewählt worden, weil die postoperative Strahlen- und Chemotherapie kleinere Tumornester beseitigen kann. Bei einer Rate von 12,6 Prozent könnte die Gefahr eines axillären Rezidivs dagegen zu hoch sein.

Hunt kann jedoch zeigen, dass die Verwendung von unterschiedlichen Nachweis­methoden bei der Sentinel-Biopsie (Farbstoff plus radioaktive Markierung) oder die Untersuchung von drei oder mehr Sentinel-Lymphknoten die falschpositive Rate auf unter 10 Prozent senken könnten. Der Nutzen dieser Strategie müsste allerdings noch in weiteren Studien untersucht werden.

© rme/aerzteblatt.de

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