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Medizin

Pankreas-Atrophie unter Sorafenib

Freitag, 11. Oktober 2013

Paris – Der Multi-Kinase-Inhibitor Sorafenib, zugelassen zur Behandlung von Nieren- und Leberzellkarzinom, kann offenbar bei einer langfristigen Einnahme die Bauchspeichel­drüse schrumpfen lassen. Die Pankreasatrophie hatte bei zwei Patienten, über die französische Mediziner im New England Journal of Medicine (NEJM 2013; 369: 1475-1476) berichten, eine schwere Diarrhoe zur Folge.

Durchfälle sind eine häufige Nebenwirkung von Sorafenib. Bekannt ist auch, dass unter der Therapie die Lipasewerte im Blut ansteigen können. Die Lipase ist ein Labormarker für eine Schädigung des Pankreas. Nach den Erfahrungen von Ségolène Hescot von der Université Paris Descartes in Paris kann eine Substitution mit Pankreasenzymen die Diarrhoe lindern. Bei einem der beiden Patienten, die die Medizinerin vorstellte, besserte sich die Diarrhoe anfangs, wenn Sorafenib abgesetzt wurde.

Eine Computertomographie nach 18 Monaten zeigte dann jedoch, dass das Pankreas sich um 18 Prozent verkleinert hatte. Bei einem zweiten Patienten, der ebenfalls schon bald nach Therapiebeginn unter einer Diarrhoe litt, war das Pankreas nach 35 Monaten Sorafenibbehandlung sogar um 35 Prozent geschrumpft.

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Sorafenib hat die Prognose vieler Patienten mit Nieren- und Leberzellkarzinom ver­bessert. Um die Patienten in Remission zu halten, muss das Medikament dauerhaft eingenommen werden. Der Angiogenese-Hemmer – das Mittel hemmt die Signal­weiterleitung an Rezeptoren für vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktoren – verhindert eine Gefäßneubildung im Tumor und wie Hescot vermutet auch im Pankreas.

Dies könnte dazu führen, dass das Organ sich auf Dauer langsam zurückbildet. Dieser Mechanismus erkläre möglicherweise auch die Rückbildung der Muskulatur oder der Schilddrüse, über die andere Autoren berichtet hatten. © rme/aerzteblatt.de

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